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28. Mai 2009

ICE-Bahnhof Frankfurt: Futuristische Baustelle Airrail Center

 Von Anne-Katrin Einfeldt (dpa)
Große, futuristische Baustelle. Das AirrailCenter am Fernbahnhof Frankfurt. Foto: dpa/Dedert

Eingeklemmt zwischen der A3 und der Schnellstraße B 43 entsteht hoch über dem Bahnhof auf einer Fläche von knapp sechs Fußballfeldern.

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Frankfurt/Main. Zehn Jahre nach seiner Inbetriebnahme wirkt der ICE-Bahnhof am Frankfurter Flughafen noch immer futuristisch - und unfertig. Denn auf dem von Stelzen getragenen Bahnhofsdach ziehen riesige Kräne seit Monaten Betonteile in die Höhe. Eingeklemmt zwischen der Autobahn Köln-Würzburg (A3) und der Schnellstraße Wiesbaden-Hanau (B43) entsteht hoch über dem Bahnhof auf einer Fläche von knapp sechs Fußballfeldern das sogenannte Airrail Center - ein rund 660 Millionen Euro teures Bauwerk mit zwei Hotels und viel Platz für Büros und Geschäfte.

Der Fernbahnhof selbst ist unter dem gewaltigen Gebäude erst auf den zweiten Blick auszumachen, hat aber seit seiner Inbetriebnahme am 30. Mai 1999 eine rasante Entwicklung genommen. Nutzten im ersten Jahr erst rund 9000 Reisende pro Tag die Station als schnellen Weg zum Zug, waren es 2008 schon 22.500. Tendenz weiter steigend. Am Anfang aber standen Sicherheitsmängel: Ehe der erste ICE den neuen Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen verlassen konnte, hatte die Frankfurter Feuerwehr vier Tage vorher eine umfangreiche Mängelliste aufgestellt. In dem 440 Millionen Mark teuren Bau aus Stahl und Glas funktionierte eine Brandmeldeanlage wegen eines gestohlenen Bauteils nicht. Probleme gab es beim Rauchabzug in der Verbindungsröhre vom Bahnhof zum Flughafenterminal, bei den Feuerwehrzufahrten und mit der Größe der Beschriftung der Fluchtwege.

Die Bahn fand daraufhin nach intensiven Gesprächen mit dem Frankfurter Baudezernat eine Lösung, so dass der erste Zug an einem Sonntag um 5.37 Uhr aus dem rund 700 Meter langen Bahnhof starten konnte. Mittlerweile halten dort täglich 210 Fernzüge, darunter 185 ICE. Dabei betont die Bahn gerne, dass von hier auch internationale Ziele wie Amsterdam, Brüssel, Wien oder Basel angesteuert werden.

Mit dem Baubeginn im September 1996 strebten die Deutsche Bahn und der Flughafenbetreiber Flughafen Frankfurt/Main AG (damals: FAG, heute Fraport) ein großes Ziel an: Den Flughafen als ersten in Deutschland an das Netz der Hochgeschwindigkeitszüge anzubinden und damit für die Reisenden eine nahtloses Umsteigen zwischen den beiden Verkehrssystemen zu ermöglichen. Die Station im Stil eines Flughafenterminals werde Rhein-Main im internationalen Wettbewerb stärken, sagte Flughafenchef Wilhelm Bender bei der offiziellen Eröffnung des Gebäudes. Der damalige Bahnchef Johannes Ludewig fand noch stärkere Worte: Das Bauwerk sei eine Visitenkarte für Deutschland.

Ganz makellos blieb der Fernbahnhof aber nicht: Bereits gut viereinhalb Jahre später kam heraus, dass bei dessen Bau kräftig Schmiergeld geflossen war. Es gab Verhaftungen und Prozesse gegen Mitarbeiter verschiedener Unternehmen. Damit war der Bahn- Korruptionsskandal in der Welt.

Nicht nur vom Zug auf den Flieger wechseln, kann der Reisende am Airport-Fernbahnhof: Eine Zwischenebene bietet eine DB-Lounge, ein gastronomisches Angebot, in dem auch kleine Konferenzen möglich sind sowie eine Bundespolizeiwache. Außerdem kann sich der Reisende schon bevor er sich - auf den zugegeben langen - Weg in die Anflughallen macht, über die aktuellen Abflugzeiten informieren. Ein Rundum- Angebot also. Die Bahn feiert das 10-jährige Jubiläum ihres ICE- Flughafenbahnhofs nicht. Denn, wie ein Sprecher der Bahn sagt: "Das ist ja wieder eine einzige Baustelle." (dpa/lhe)

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