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Im Porträt: Der freundliche Tod

Der Publizist Helmut Markwort spielt im Sommer unter der Regie von Wolfgang Kaus im Jedermann. Von Matthias Arning

In Darmstadt, der Stadt, in der Markwort im Dezember 1936 geboren worden ist, spielte der Chefredakteur des Magazins Focus bereits in traditionsreichen Stücken des Volkstheaters mit. Nun mimt er den Tod im Jdermann am Frankfurter Volkstheater.
In Darmstadt, der Stadt, in der Markwort im Dezember 1936 geboren worden ist, spielte der Chefredakteur des Magazins "Focus" bereits in traditionsreichen Stücken des Volkstheaters mit. Nun mimt er den Tod im "Jdermann" am Frankfurter Volkstheater.
Foto: FR/Kraus

Am Anfang stand der Zweifel. Vielleicht, berichtet Wolfgang Kaus über sein augenblickliches Zögern, vielleicht sei "der Markwort doch ein bisschen kompakt". Doch Regisseur Kaus schlug sich seine Zweifel gleich wieder aus dem Kopf: "Nein, nein", sagt der Mann, der kurz vor seinem 75. Geburtstag steht, der Markwort sei genau der Richtige für diese Rolle, schließlich wolle man in seinem Alter "doch einen Tod, mit dem man reden kann", einen Tod, dem auch etwas Freundliches gegeben ist. Seitdem ist klar: Helmut Markwort, von Haus aus Journalist und ein bekannter zumal, spielt im Sommer bei den Freilicht-Inszenierungen des Volkstheaters im Archäologischen Garten im Jedermann den Tod.

Da kann man einen Augenblick stutzen, für Markwort selbst aber ist das nichts Ungewöhnliches. In Darmstadt, der Stadt, in der der Mann mit dem wuchtigen Haarschopf im Dezember 1936 geboren worden ist, spielte der Chefredakteur des Magazins "Fokus" bereits in traditionsreichen Stücken des Volkstheaters mit. Weil er "ein Faible" für diese Art der Inszenierung hat, wandte er sich auch an die Macher in Frankfurt, um in Erfahrung zu bringen, wie es denn eigentlich um eine hessische Fassung von Molières "Der Geizige" bestellt sei.

Das Theaterstück "Jedermann"

ist eine Inszenierung des Frankfurter Volkstheaters.

Es wird vom 17. bis 27. Juli im Archäologischer Garten, jeweils 20.15 Uhr gespielt.

"Ein komischer Zufall", erzählt Wolfgang Kaus, der sich nach so mancher Bearbeitung auch an den Molière gesetzt hatte und Markwort eine entsprechende Fassung übermitteln konnte. Und wenn man doch schon mal Gelegenheit habe, über das Volkstheater und seine Resonanzfähigkeit zu sprechen, da könne man doch auch die Frage erörtern, ob Markwort nicht Lust hätte Eben, setzt Kaus hinzu, den das Volkstheater mit der Regie des "Jedermann" betraut hat, um sein 33 Jahre währendes Wirken im Volkstheater und sein 50. Bühnen-Jubiläum zu würdigen. Markworts Zusage ist für Kaus nur ein weiterer Beleg: "Die wichtigsten Dinge im Leben passieren einfach selbstverständlich."

"Jedermann" ist ein durchaus zeitkritisches Stück, das dem Regisseur in originärer Fassung nach Hugo von Hoffmannsthal "ein bisschen arg katholisch" vorkommt. Was Markwort gar nicht finden kann, schließlich habe das Stück im Laufe der Zeit diverse Variationen erfahren, die sich immer weiter von religiösen Inhalten entfernt hätten. Grundsätzlich aber bleibt: Es geht um die Verwahrlosung der Sitten auf Erden, wo aus der Perspektive Gottes "alle sündhaft" erscheinen und das Höchste Wesen es gleichwohl noch einmal probieren will: Mit dem Jedermann, den Ralf Bauer spielt, der im Volkstheater zuletzt als "Romeo" zu sehen war und jetzt als Kontrapunkt zu Markwort wirkt: Ein gut aussehender junger Kerl gegen einen Mann, der im publizistischen Leben alles erlebt hat.

Für ein paar Wochen werde er im Frühsommer seinen Lebensmittelpunkt von München nach Frankfurt verlegen, sagt der Journalist. Vom Frankfurter Büro seines Magazins in der Innenstadt aus könne er dann tagsüber ein bisschen arbeiten, um abends auf der provisorisch errichteten Bühne im Archäologischen Garten Theater zu machen.

"Wir dürfen da noch einmal spielen", freut sich Kaus über die Zusage der Stadt, vorm Kaiserdoms vom 17. Juli an bis zum 27. Juli den Jedermann aufführen zu können. Selbst wenn das Technische Rathaus dann schon gefallen sein sollte, bleibt den Theaterleuten der Platz, an dem später als Teil der neuen Altstadt das Stadthaus entstehen soll. Während Kaus es einen ganz entsetzlichen Gedanken findet, dass "da ein Haus hin soll", ist Markwort mit "einem bisschen Angst" befasst, dass die Leute vor einem Tod wie ihm "keine Angst haben könnten".

Autor:  Matthias Arning
Datum:  23 | 2 | 2010
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