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Imbiss "Hamburger am Turm": Der Kampf um die Frittenbude

Die Schlacht scheint gewonnen, bevor sie richtig losgegangen ist: Die "Titanic" steigt dem Fresstempel am Eschenheimer Turm aufs Dach. So setzen die Satiriker ihr Zeichen für den Budenerhalt. Von Stefan Behr

Stephan Ruerup, Redakteur des Satiremagazins Titanic kettet sich an die Leuchtreklame des Imbisses  Hamburger am Turm um gegen dessen drohende Schließung zu demonstrieren.
Stephan Ruerup, Redakteur des Satiremagazins Titanic kettet sich an die Leuchtreklame des Imbisses " Hamburger am Turm" um gegen dessen drohende Schließung zu demonstrieren.
Foto: Kraus

Der "Hamburger am Turm" ist vermutlich gerettet. Die Römer-Fraktionen von CDU und Grünen haben einen Antrag auf den Weg gebracht, der besagt, dass der Pachtvertrag verlängert werden soll.

"Der Imbiss muss erhalten bleiben, darüber besteht Einvernehmen zwischen den Koalitionspartnern", erklärten am Abend die Fraktionsvorsitzenden von CDU und Grünen im Römer, Horst Kraushaar und Olaf Cunitz. Zugleich sollen mit der Betreiberin Christina Diesy Gespräche über mögliche bauliche Verschönerungen geführt werden. Das Stadtparlament wird sich in seiner heutigen Sitzung mit diesem Antrag beschäftigen. Es gilt als sicher, dass er angenommen wird.

Zuvor hatten eine Vielzahl von Bürgern nicht nur in Leserbriefen an die FR, sondern auch via E-Mail an Planungsdezernat und Oberbürgermeisterin ihrem Unmut über die Kündigung des Traditionsladens Luft gemacht.

Beim Planungsamt reagiert man auf die veränderte Situation gelassen. "Wir können damit durchaus leben", sagt Sprecher Mark Gellert. "Wir wollen ja nicht den Imbiss als solchen kaputtmachen", sagt Gellert, aber Stadtplanung sei nun mal eine langfristige Sache, und langfristig passe der Imbiss an dieser Stelle nicht in das Konzept der Wallanlage. Seinen Abriss hält man im Planungsamt nach wie vor "prinzipiell für sinnvoll". Es sei aber auch kein Drama, wenn dies nicht geschehe.

Bürgermeisterin Jutta Ebeling (Grüne) hatte der Redaktion des Satiremagazins Titanic, die sich vehement für den Erhalt ihrer "Brutzelbude" eingesetzt und gestern vor Ort gegen die nun obsoleten Pläne protestierte, versichert, sie hätte sich gerne, "alter Startbahnzeiten gedenkend, gemeinsam mit Ihnen, quasi Schulter an Schulter, jede Blickachse verachtend, nicht nach links oder rechts schauend, mit Todesverachtung an die Bude angekettet".

Pächterin Diesy selbst ist von dem Zuspruch, den sie in den vergangenen Tagen erfahren hat, überwältigt und "zu Tränen gerührt. Die meisten der Unterstützer waren noch nicht einmal Kunden von mir." Denen sei es vor allem darum gegangen, den Imbiss, den sie seit 18 Jahren führt, als Teil des Frankfurter Stadtbildes zu erhalten. "Ich bin so stolz auf diese Leute", sagt Diesy.

Autor:  Stefan Behr
Datum:  7 | 10 | 2009
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