Rhein-Main und Hessen
Hessische Landespolitik und Berichte aus dem Rhein-Main-Gebiet.

23. Januar 2009

Immobilien: Hochwertiges Eigentum

 Von JUTTA OCHS
Der Mietspiegel für 2008 ist immer noch nicht fertig.Die Stadt feilt nun an einem "energetischen Mietspiegel" - für 2010. Foto: FR/Oeser

Der Büroimmobilienmarkt ist eingebrochen, aber die Wohnungen boomen, besonders die teuren. Von Jutta Ochs

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Gutachterausschuss Grundstückswerte: ist beim Stadtvermessungsamt angesiedelt, ermittelt anhand der beurkundeten Abschlüsse die Immobilienverkäufe in der Stadt.

Immobilienmarkt: Umsatz 2008: 2,8 Milliarden, das sind minus 63 Prozent nach Rekord 2007. Davon bei Gewerbe (Büro und anderes): rund 1 Milliarde.

Die weltweite Finanzkrise hat auch den Frankfurter Immobilienmarkt erfasst, der Umsatz insgesamt ist im Jahr 2008 um rund 63 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro eingebrochen. Schuld ist vor allem der Büro-Immobilienmarkt. Nach Rekordwerten in den Jahren 2006 und 2007 von bis zu 4,9 Milliarden Euro sind im vergangenen Jahr nur noch 761 Millionen an Umsatz übrig geblieben.

Der Markt der Wohnimmobilien aber bleibt weiterhin stark, Eigentumswohnungen sind unvermindert attraktiv. 14 Prozent mehr Neubauten sind sogar verkauft worden, der Quadratmeter-Preis ist um rund acht Prozent auf 2900 Euro gestiegen, bei den Altbauten um sieben Prozent.


Foto: FR-Grafik/ Galanty

Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU), der gestern gemeinsam mit dem städtischen Gutachterausschuss für Grundstückswerte die Zahlen präsentierte, will allerdings nicht von einem Einbruch beim Gewerbe sprechen, sondern vielmehr von einer "Normalisierung". Den Markt hätten insbesondere US-Investoren in den vergangenen Jahren aufgebläht. Die gibt es seit der Finanzkrise schlagartig nicht mehr. 70 Prozent der Käufer kommen nun aus dem Inland. 2008 sei wieder in etwa das Niveau von 2004 (569 Millionen Euro) erreicht worden.

Schwerpunkt der Verkäufe ist mit rund 83 Prozent des Umsatzvolumens wie in den Jahren vorher das Stadtzentrum. Verringert hat sich laut der Zahlen des Gutachterausschusses der Leerstand bei den Bürobauten. Er ist um 8,5 Prozent auf 1,5 Millionen Quadratmeter Fläche gefallen. Eine erneute Zunahme werde aber in diesem Jahr unvermeidlich sein. "Hochwertige Flächen" wie Palais Quartier oder Opernturm kämen hinzu und verdrängten andere. Eine halbe Million Quadratmeter Büroraum gelte als unvermietbar.


Foto: FR-Grafik/ Galanty

Rekordpreise von 8000 Euro

Der Trend "zurück in die Stadt" sei unverkennbar, offenbar kommen besonders gerne die finanziell besser gestellten und kaufen Wohneigentum, sehr gerne "hochwertiges", sagt Michael Debus vom Gutachterausschuss. Während die Verkaufszahlen und die Quadratmeterpreise bei Eigentumswohnungen in Altbauten (vor 1949) und in Neubauten steigen, sind die Verkäufe bei den Wohnungen der Baujahre 1950 bis 1974 sowie 1975 bis 2006 rückläufig (minus 21 und minus zehn Prozent). "Ungebrochen" sei aber grundsätzlich die Nachfrage bei den "hochpreisigen" Wohnungen in bester Lage. Dazu gehören das Westend, Sachsenhausen, aber auch Teile des Nordends.


Foto: FR-Grafik/ Galanty

Rekord seien drei Wohnungen, die für 8000 Euro den Quadratmeter weggegangen seien, 50 mit einem Quadratmeterpreis von mehr als 5000 Euro. Im Nordend ist im vergangenen Jahr für Neubau-Eigentumswohnungen ein mittlerer Kaufpreis von 3920 Euro pro Quadratmeter ermittelt worden. Im Westend 3960, in Sachsenhausen sogar 4370. Preungesheim (2190), Bergen-Enkheim (2600) und Kalbach-Riedberg (2710) liegen deutlich darunter. Innenstadtnahe Wohnlagen wie Westend, Nordend und auch Bornheim erfreuten sich wachsender Beliebtheit. Das schlage sich aber auch nieder in einer hohen Anzahl von Mietwohnungen, die in Eigentumswohnungen umgewandelt werden.

Es gibt, wie überall, auch in der Immobilienbranche Moden. "Der Trend geht derzeit stärker zur Eigentumswohnung als zum Reihenhaus", sagt Dezernent Schwarz. Die Verkäufe bei neu gebauten Eigenheimen sind um etwa 19,5 Prozent auf 107 zurückgegangen. Die durchschnittlichen Kaufpreise für Reihenmittelhäuser beispielsweise sind allerdings in allen Baualtersklassen stabil geblieben und reichen von 194.000 bis 313.000 Euro. Die durchschnittlichen Kaufpreise für Neubau-Eigenheime lagen in Sachsenhausen mit rund 468.000 Euro am höchsten, gefolgt vom Nordend mit rund 358.000 Euro.


Foto: FR-Grafik/Galanty

Nach frei stehenden Einfamilienhäusern mit "individuellem Charakter", am liebsten eine schön sanierte "Villa", wird permanent gefragt. Es gibt aber kaum welche, da sind die Preise nach oben ganz offen.

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