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Interview mit Frank Müller: Geld für gute Geschäftsideen

Statt in Aktien investieren die Business Angels Frankfurt Rhein Main in innovative Firmen.

Frank Müller ist geschäftsführendes Mitglied des Vorstandes der Business Angels Frankfurt Rhein Main.
Frank Müller ist geschäftsführendes Mitglied des Vorstandes der Business Angels Frankfurt Rhein Main.
Foto: Privat

Wer sucht Hilfe bei den Business Angels?

Meist sind es Gründer und Unternehmer mit einer innovativen Idee, die noch Kapital zur Umsetzung ihres Geschäfts suchen.

Zur Person

Frank Müller ist geschäftsführendes Mitglied des Vorstandes der Business Angels Frankfurt Rhein Main.

Seit 2001 ist er für das operative Geschäft des Vereins zuständig und kooperiert dabei eng mit der Industrie- und Handelskammer Frankfurt. Der studierte Wirtschaftsingenieur ist auch als selbstständiger Finanzierungs-Berater tätig. (chb)

Was muss ein Gründer mitbringen, um Ihre Unterstützung zu finden?

Die Innovation muss einen Wettbewerbsvorteil gegenüber existierenden Produkten im Markt versprechen. Darüber hinaus muss sie über ein erhebliches Umsatzpotenzial verfügen. Das heißt, in absehbarer Zeit sollten mehrere Millionen umsetzbar sein. Um das abschätzen zu können, erwarten wir bei der Bewerbung bereits einen fertigen Geschäftsplan inklusive Strategie, Zielen und Finanzierungsplan. Überzeugt uns die Idee und die Rahmenbedingungen, laden wir den Gründer ein, das Projekt den möglichen Investoren vorzustellen. Im besten Fall kommt es dabei zu ersten Gesprächen und dem Austausch von Visitenkarten. Im letzten Jahr kam es dabei zu fünf Investments durch unseren Verein.

Nennen Sie doch mal ein Beispiel aus der Praxis.

Gerade haben vier Business Angels in ein Technologieunternehmen in Glashütten investiert. Die Synview GmbH hat mit ihrem Produkt bereits erste Schritte gemacht und sich auf dem Wissenschaftsmarkt etablieren können. Die beiden Geschäftsführer möchten jetzt auch im industriellen Bereich Fuß fassen und suchten nach Investoren, um diese geplante Expansion finanzieren zu können.

Was bringt der Engel ein?

Die drei Ks: Kapital, Know How und Kontakte. Typischerweise ist oder war ein Business Angel selbst Unternehmer oder leitender Manager. Er kommt zu uns, um eigenes Geld zu investieren. Er will Einfluss nehmen und zum Gelingen des Unternehmens beitragen.

Dann bleibt ein Business Angel also längerfristig im Unternehmen?

Tatsächlich sind 70 Prozent der Business Angels bereit, Gesellschafter zu bleiben. Der Rest verkauft den eigenen Anteil in den ersten Jahren. Dabei ist die Höhe der Beteiligung Verhandlungssache, jedoch hält der Business Angel in der Regel eine Minderheit.

Hatte die Finanzkrise einen Einfluss auf die Arbeit der Business Angels?

Durchaus, und zwar im positiven Sinn. Wir konnten in diesem Jahr 15 neue Mitglieder in unserem Verein begrüßen. Ob das allein der Krise geschuldet ist, ist natürlich schwer zu sagen. Fakt ist: Bisher sicher geglaubte Investitionen in Aktien stellten sich in der vergangenen Zeit als durchaus riskant dar. Investoren suchten Alternativen. Zwar ist eine Beteiligung nicht weniger riskant, doch hat man dabei zusätzlich die Möglichkeit, mitzugestalten.

Und welche Folgen gibt es auf Seiten der Gründer?

Auch die Gründer sind in der Krise aktiver geworden. In besseren Zeiten ist der Druck weniger groß, sich selbstständig zu machen. Gute Jobs sind jetzt schlechter zu bekommen. Das macht es einfacher, Mitarbeiter zu finden, die bereit sind, während der turbulenten Gründungsphase einzusteigen.

Interview: Christina Bischoff

Datum:  4 | 1 | 2010
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