Die EKHN-Stiftung hat sich die Aufgabe gestellt, den Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft zu fördern. Können Sie Beispiele nennen?
In den Gemeinden hat die Stiftung bisher verschiedene, kleinere Projekte unterstützt, auch hier mit der Idee, den Dialog zwischen Kirche und anderen Institutionen - sei es aus Wirtschaft, Politik, Bildung, Kunst, Kultur zu fördern. Dazu gehören Konzerte, Vortragsreihen und kleinere Ausstellungsprojekte - etwa in sechs Kirchen entlang des Niddaradweges zum Thema Wasser. Mit dem Städel veranstalten wir im November diesen Jahres den Konfirmandentag, zu dem alle Gemeinden eingeladen wurden.
Friederike von Bünau ist Geschäftsführerin der 2006 gegründeten Stiftung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).
Integration in der Gemeinde heißt der Wettbewerb, zu dem die Stiftung bis zum 31. Dezember Anmeldungen entgegennimmt. Bis 31. März 2010 müssen die Teilnehmer ihre Projektbeschreibung und Videos eingereicht haben.
Informationen im Internet unter der Adresse www.aufeinanderzu.de (jur)
Bisher ist die Stiftung hauptsächlich mit der Förderung von Kultur in Erscheinung getreten. Setzen sie jetzt neue Akzente?
Kultur und Bildung sind die Schwerpunkte, die sich das Kuratorium sich für die ersten Jahre gesetzt hat. Dabei ist es immer auch ein großes Anliegen, junge Menschen zu erreichen. Dies soll in allen Gemeinden geschehen. Wir wollen die Idee der Stiftung dort bekannter machen und gleichzeitig zeigen, welche Bedeutung die Arbeit in den Gemeinden für eine intakte Gesellschaft hat, welch großes Potential in ihr steckt.
Deshalb haben Sie einen Wettbewerb zum Thema Integration ausgerufen. Welchen Inhalts sollen die Beiträge sein?
Bei diesem Projekt soll es nicht nur um die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, sondern auch um das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung, zwischen Alt und Jung gehen. Also ein ganz breit gefasster Begriff. Die Gemeinden sollen zeigen, wie Kirche vor Ort das lebt, was ihre zentrale Botschaft ist: Nächstenliebe, Integration als wichtiger Anker für die Gesellschaft. Die Stiftung will eine Plattform schaffen, die das noch deutlicher macht als bisher.
Wie soll Integration sichtbar werden?
Die Gemeinden präsentieren ihre Projekte nicht nur schriftlich. Sie nutzen mit dem Film eine Darstellungsform der heutigen Zeit. So hoffen wir, eine große Öffentlichkeit zu erreichen. Auch den Gemeinden ist es so möglich, verstärkt voneinander zu profitieren, gute Ideen zu übernehmen.
Aber nicht jede Gemeinde besitzt die Technik, einen Film drehen zu können.
Wir unterstützen diesbezüglich auch mit Know-how, und es gibt die Möglichkeit, eine Ausrüstung zu leihen. Wir erwarten keine professionelle Präsentation. Es kommt auf die Eindrücklichkeit, Originalität der Projektidee an. Die Form der Präsentation ist eine Komponente bei der Bewertung.
Was wäre ein beispielhaftes Projekt?
Eine Zielgruppe sind beispielsweise die Konfirmanden, die sich ja auch gerne mit neuen Medien auseinandersetzen. Sie könnten Patenschaften mit einem Seniorenheim eingehen, sich einer Gruppe von Migranten oder Menschen mit Behinderungen öffnen.
Was gibt es zu gewinnen?
Die ersten drei Sieger gewinnen Geldpreise. Es gibt aber auch Gemeinschaftsausflüge zu Konzerten und Kirchentagen. Es geht auch um das Erlebnis als Gruppe, in der Gesellschaft etwas zusammen zu erleben und zu gestalten.
Werden Sie sich künftig verstärkt auf Gemeindeebene engagieren?
Ja sicher. Und wir freuen uns auf Beiträge und Anträge von Gemeinden, denn auch die Arbeit vor Ort möchten wir stärken. Aber wir wollen auch weiterhin größere Projekte initiieren sowie mit anderen Institutionen wie dem Städel, der Oper Frankfurt und dem Filmmuseum Frankfurt zusammenarbeiten - weil man so auch in den Städten ein wichtiges Publikum erreicht. Wir verstehen die Arbeit der Stiftung als Ergänzung des vielfältigen Angebots der Evangelischen Kirche.
Interview: Jutta Rippegather

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