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Interview mit Sozialdezernent Weiss-Thiel: "Verband soll nicht mauern"

Hanaus Sozialdezernent Weiss-Thiel spricht im FR-Interview über den Kita-Streik und die Folgen für die Stadt.

Axel Weiss-Thiel ist seit 2003 hauptamtlicher Stadtrat in Hanau für das Sozialressort zuständig.
Axel Weiss-Thiel ist seit 2003 hauptamtlicher Stadtrat in Hanau für das Sozialressort zuständig.
Foto: Rheker

Herr Weiss-Thiel, seit neun Tagen streiken Erzieherinnen und Erzieher in den Kindertagesstätten. Zahlen Sie den Eltern anteilig Verpflegungspauschale und Betreuungsgebühren zurück?

Durch ein Rotationssystem wird sichergestellt, dass in jedem Sozialraum kontinuierlich zwei bis vier Kindertageseinrichtungen geöffnet haben. Es ist daher bisher mit keinen wesentlichen Ersparnissen zu rechnen. Weniger als acht Prozent der Kosten der städtischen Kindertagesstätten werden noch durch Elternbeiträge gedeckt.

Wie stehen Sie zu den Forderungen der Gewerkschaft, die mittlerweile auch von Eltern stark unterstützt werden?

Ich habe Verständnis dafür. Das passt zu den gestiegenen Anforderungen. Den erwarteten Mehrbedarf an Fachkräften können wir nur decken, wenn der Beruf attraktiver wird.

Weshalb verbessert die Stadt Hanau dann nicht von sich aus die Entlohnung und sorgt für besseren Gesundheitsschutz?

Als Mitglied im Arbeitgeberverband ist die Stadt an den Tarifvertrag gebunden. Für den Gesundheitsschutz, bisher nicht im Tarif, sind wir schon gut aufgestellt.

Können Sie direkt Einfluss nehmen auf die Verhandlungsposition des Arbeitgeberverbandes?

Die Stadt ist dort Mitglied, aber nicht Verhandlungspartner. In den Gremien haben wir uns für einen vernünftigen Kompromiss eingesetzt und plädiert, dass nicht gemauert wird. Unsere Stimme ist aber nur eine von vielen. Andere haben sich anders positioniert.

Steigen die Kita-Gebühren, wenn Verdi Erfolg hat?

Nein. Wir haben uns bewusst für einen Ausbau der Betreuung und eine Kostenentlastung der Eltern entschieden. Dabei bleibt es.

Interview: Alexander Polaschek

Datum:  23 | 6 | 2009
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