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Rhein-Main und Hessen
Hessische Landespolitik und Berichte aus dem Rhein-Main-Gebiet.

08. September 2011

Investor: Hoffen auf die Chinesen

 Von Volker Schmidt
Die Regierung hält Ausschau nach einem Investor für Kassel-Calden; so sieht die Baustelle derzeit aus.  Foto: Uwe Zucchi / dpa

Der Flughafen Kassel-Calden könnte nach Ansicht von Finanzministers Thomas Schäfer zu einem Drehkreuz werden. Die Grünen warnen vor steigenden Kosten.

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Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) gibt sich immer noch optimistisch, was die Zukunft des Flughafens Kassel-Calden angeht. Mit „einiger Sicherheit“ würden dort 2013 die ersten Flieger abheben, rentabel soll der ausgebaute Airport 2017 sein, und ein Investor werde sich womöglich auch bald finden. Der Haken ist: Die Eröffnung war auch schon mal für 2012 avisiert, die Gewinnschwelle für 2015, und ein Bieterverfahren endete, ohne dass ein Interessent eine formale Anfrage abgegeben hätte.

Vor allem wird der Flughafen viel teurer als geplant: Jahrelang hatte Schäfers Vorgänger Karlheinz Weimar (CDU) die Kosten mit 151 Millionen Euro veranschlagt. Später war von 225 Millionen die Rede. Vor gut einer Woche teilte Schäfer mit, er habe den Kostenansatz um 23,7 Millionen Euro erhöht und dazu einen „Puffer“ von 22,3 Millionen Euro eingeplant. Wird er ausgenutzt, liegen die Kosten bei 271 Millionen.

Schäfer beteuerte im Haushaltsausschuss des Landtages, sein Ressort werde „alles Menschenmögliche“ gegen weitere Kostensteigerungen unternehmen. Wirtschaftsprüfer der Firma Ernst&Young begleiteten die Planungen. Der neue Risikopuffer sei ein Ergebnis ihrer Empfehlungen.

Bis 2017 veranschlagt Schäfer für den Airport jährliche Verluste in sechsstelliger Höhe. Er schließt aber aus, dass der Flughafen über die ersten Jahre hinaus Subventionen braucht. Er verwies auf die Europäische Kommission, die der Flughafengesellschaft aus Land, Stadt und Landkreis Kassel sowie Gemeinde Calden die Investition dann nicht hätte genehmigen dürfen: „Es ist nicht die einsame, unbelehrbare hessische Landesregierung, die das so sieht.“

Linke und Grüne löcherten den Minister mit Fragen nach einer chinesischen Airline, die laut Schäfer Interesse an Calden bekundet hat. Er könne sich vorstellen, so der Minister, dass die Fluglinie einen Airport mit zentraler Lage in Europa suche, um ihn zum „Hub“, zum Knotenpunkt für regionale Flüge, auszubauen. Der Grüne Frank Kaufmann will an den „Chinesen-Hub“ nicht recht glauben. Dazu sei eine interkontinentale Anbindung für Flüge aus China nötig, die es in Calden nicht geben werde. Er verwies auf ein Gutachten im Auftrag der Flughafengegner, das schon Anfang 2002 von 250 Millionen Euro Kosten ausging: „Da sind wir heute drüber – damals haben Sie uns als Apokalyptiker beschimpft.“

Schäfer versicherte, die Verwertung der Gewerbeflächen in Calden gehe gut voran. Es gebe auch Interesse aus der türkischstämmigen Bevölkerung in Kassel und Umgebung an „ethnischen Verkehren“, also Flugverbindungen aus Calden in die Türkei.

Selbst wenn die Kosten noch weiter steigen würden, sei ein Baustopp auszuschließen, so Schäfer. „Sie dürfen davon ausgehen: Wir werden diesen Flughafen fertigstellen.“

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