Beim Runden Tisch, der die Einführung von Islamunterricht vorbereiten soll, sitze Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) „nicht mit am Tisch“, sagte die Grünen-Abgeordnete Mürvet Öztürk gestern im Landtag.
Kultus-Staatssekretär Heinz-Wilhelm Brockmann hatte in dieser Woche berichtet, dass das für Hochschulen zuständige Ministerium nicht an dem Runden Tisch der Landesregierung beteiligt sei. „Die Frage der Lehrerausbildung ist bisher nicht angesprochen worden“, sagte er. Grund sei, dass bei den bisherigen Sitzungen unklar gewesen sei, „ob es uns überhaupt gelingt, einen konfessionellen Religionsunterricht in Hessen zu etablieren“. Inzwischen sei man aber „außerordentlich zuversichtlich“. Die muslimischen Verbände Ditib und Ahmadiyya haben Anträge gestellt, als Religionsgemeinschaften anerkannt zu werden. Das ist die Voraussetzung dafür, dass sie Religionsunterricht in Hessen erteilen könnten.
An den Universitäten in Frankfurt und Gießen sollen voraussichtlich Lehrer für den Islamunterricht ausgebildet werden. Die Hochschulen warten aber noch auf einen entsprechenden Beschluss der Landesregierung.
In dieser Woche war bekannt geworden, dass der Bund die Islamforscher an beiden Hochschulen fördert. Der CDU-Integrationspolitiker Alexander Bauer nannte die Entscheidung des Bundes „einen ersten großen Schritt“. Es sei „gut, dass in Hessen jetzt verstärkt die Ausbildung von zukünftigen Religionslehrerinnen und Religionslehrern für islamischen Religionsunterricht angegangen werden kann“. ( prcd/pit)

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