Erneut sind in Kassel Patientendaten einer psychiatrischen Station des Klinikum auf der Straße gefunden worden. Die Geschäftsführung bestätigte am Mittwoch den Vorfall vom Vortag und zeigte sich bestürzt. Bereits vor vier Wochen war eine Patientenliste von einem Passanten gefunden worden.
Diesmal lag die Aufstellung mit 22 Patientennamen, Geburtsdaten und Diagnosen wie paranoide Schizophrenie, suizidale Krise, schwere Depression oder Alkohol-Abhängigkeiten auf einem Fußgängerweg an der Goethestraße.
Aufgrund von handschriftlichen Notizen auf dem DIN-A4-Blatt konnte aber diesmal der Mitarbeiter ermittelt werden. Für den Mitarbeiter sei das der "Supergau" gewesen, erklärte die Sprecherin des Klinikums. Das Klinikum und der Mitarbeiter hätten sich einvernehmlich getrennt. Die Geschäftsführung schrieb in einer Stellungnahme, dass es nach dem letzten Vorfall unerklärlich sei, wie es zu der erneuten Datenschutzpanne kommen konnte.
Nicht im Schredder entsorgt
Das sensible Thema sei mit dem Datenschutzbeauftragten besprochen worden, so die Geschäftsführung des Kasseler Klinikums. "Bei der Patientenliste handelt es sich um ein Arbeitsinstrument, welches ausschließlich zur Patientenübergabe bei Schichtwechsel eingesetzt wird - danach muss sie direkt per Schredder entsorgt werden", schrieb die Geschäftsführung. (dpa)

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