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Katholische Kirche Limburg: Bischof wird Verschwendung vorgeworfen

Steht in der Kritik: der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst.
Steht in der Kritik: der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst.
Foto: Alex Kraus

Der Erste-Klasse-Flug des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst nach Indien stößt auf Unverständnis. „Teures Fliegen zu den Ärmsten der Armen ist keine gelebte Nachfolge Jesu“, sagte Henny Toepfer, die Sprecherin der Reformbewegung „Wir sind Kirche“ im Bistum Limburg, am Montag.

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zufolge war der Bischof dienstlich nach Indien geflogen - in der ersten Klasse. Auf dem Hin- und Rückflug habe sich der Oberhirte zusammen mit seinem Generalvikar Franz Kaspar Premium-Plätze gegönnt. Ticketpreis und Meilen-Upgrade für Hin- und Rückflug entsprächen einem Wert von rund 7000 Euro pro Person, so das Magazin. Die Hochstufung in die erste Klasse sei rein privat erfolgt mit Hilfe von Bonusmeilen des Generalvikars, zitierte "Spiegel" das Bistum.

Bistum: Private Bonusmeilen genutzt

Das Bistum Limburg reagierte am Sonntag auf den Bericht und erklärte, der Bischof werde zu Unrecht der Verschwendung bezichtigt. Die Langstreckenflüge seien nach den Reisebestimmungen der deutschen Bischofskonferenz und des Bistums gebucht worden. Es seien dem Bistumshaushalt keine Kosten entstanden. Finanziert wurde die Reise aus Mitteln des Bischöflichen Stuhls. Insgesamt habe die Reise knapp 8300 Euro gekostet.

Das Bistum begründete die Premium-Tickets damit, dass der rund neunstündige Flug zum Schlafen genutzt werden sollte. Der Bischof sollte ausgeruht sein umfangreiches und anstrengendes Programm in Indien beginnen können, ebenso sollte es bei der Rückkehr in den Dienstalltag des Bistums aussehen. Nur in der höchsten Klasse könnten die Sitze schließlich zu Ruheliegen umfunktioniert werden. "Das privat bezahlte Upgrade auf die höchste Beförderungsklasse diente demnach ausschließlich dem Erhalt der Leistungsfähigkeit beider Reisender. Eine finanzielle Belastung entstand ausschließlich dem privaten Konto des Generalvikars."

Kritik am Umgang mit Kirchenvermögen

Die Dienstreise vom 10. bis 14. Januar habe der Begutachtung von fünf sozial-caritativen Projekten der Kirche in Indien gedient, so das Bistum. Es sei ein sehr straffes Programm gewesen, dass normalerweise über mehr Tage hätte ausgedehnt werden müssen und somit auch "weitaus mehr gekostet hätte".

Katholiken in seinem Bistum kritisieren Tebartz-van Elst wegen des Umgangs mit dem Vermögen der Kirche. Die Kritik entzündet sich insbesondere am neuen Bischofssitz neben dem Limburger Dom, der mindestens 5,5 Millionen Euro kostet.

Das Bistum erwiderte: Die "Finanzierung des Gesamtprojekts" sei verantwortbar. Der Gebäudekomplex diene im übrigen dem gesamten Bistum und sei bereits etwa ein Jahr vor Dienstantritt des amtierenden Bischofs beschlossen worden. Dem Oberhirten stehe im hinteren Bereich des Gebäudes eine Drei-Zimmer-Wohnung zur Verfügung. (dpa/lhe)