kalaydo.de Anzeigen

Kenn dein Limit: Ein Blick durch die Rauschbrille

Mit 120 Veranstaltungen beteiligen sich Einkaufszentren, Clubs und Betriebe in Hessen an der Aktionswoche Alkohol. Besucher können im Isenburg-Zentrum testen, wie sich Alkohol auswirken kann. Von Franziska Dallinger

Im Einkaufszentrum testen Probanden den Zustand im Rausch.
Im Einkaufszentrum testen Probanden den Zustand im Rausch.
Foto: Boeckheler

Es ist nicht zu übersehen. Jeder, der reinkommt, stolpert erstmal über eine Ansammlung von Bierkästen - und schon ist er mittendrin im Tabuthema Alkohol. Wie das Frankfurter HessenCenter und das Main-Taunus-Zentrum beteilgt sich auch das Isenburg-Zentrum an der bundesweiten Aktion "Alkohol? Kenne dein Limit!"

Die Reaktionen der Passanten sind gemischt. Manche bleiben vor den aufgetürmten Flaschen und Kästen stehen. Denn dort gibt es nur Informationstafeln und keine Menschen, die einem eventuell mit Fragen über den eigenen Alkoholkonsum löchern könnten. An den Informationsständen der verschiedenen Suchtberatungsstellen huschen aber die meisten Besucher des Isenburg-Zentrums rasch vorbei.

Adressen

Info-Telefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Tel. 0221/892031, Sucht & Drogen Hotline Tel: 01805/313031

Suchtberatung Blaues Kreuz, www.blaues-kreuz.de

Psychosoziale Beratungsstelle für Suchtkranke der Caritas, www.caritas-frankfurt.de

Anonyme Alkoholiker Interessengemeinschaft in Frankfurt, Tel. 069/5974274 , www.anonyme-alkoholiker.de

Guttempler-Gemeinschaft Hessen, Tel. 069/61990349, www.guttemplerhessen.de

Al-Anon Familiengruppen, www.al-anon.de

Suchthilfezentrum Wildhof in Offenbach, Tel. 069/9819530 , www.shz-wildhof.de

Diakonisches Werk Darmstadt Suchtberatungf, Tel. 06151/9260, www.diakonie-darmstadt.de

Hessische Landesstelle für Suchtfragen, Tel. 069/71376777, www.hls-online.org

Zentrum für Jugendberatung und Jugendhilfe, www.drogenberatung-jj.de

Ja nicht zu lange hinsehen, sonst könnte einer denken, man habe seinen Umgang mit Alkohol nicht im Griff. Zum Glück gibt es in dem Einkaufszentrum genügend Geschäfte, in die man sich flüchten kann. "Alle gucken uns an und gehen dann aber doch meist weiter", sagt Maria Amann vom Verein Calla, der mit einem Beratungsstand vertreten ist. Sehr überrascht sei sie nicht von dieser Reaktionsweise. "Die Idee der Veranstaltung ist das Interesse an den Gefahren, die durch Alkoholkonsum entstehen, zu wecken, und das funktioniert schon durch unsere Präsenz", sagt sie weiter.

Und präsent ist das Thema Alkohol in den drei hessischen Einkaufszentren noch bis Samstag zweifellos. Neben der Theorie, den Infotafeln, die über die Wirkung und Gefahren des Alkoholkonsum aufklären, können die Leute auch anhand verschiedener Aktionen die Wirkung des Alkohols selbst testen.

"Ich hätte nicht gedacht, dass der Alkohol mein Sichtfeld tatsächlich so stark einschränkt", sagt ein Student, der gerade den Parcours mit einer Rauschbrille, die ihm einen Promillestand von 1,3 Promille vorgaukelt, eher schwankend durchlaufen hat. Seinen Namen nennt er aber nicht. "Ich war vielleicht mal eine Säuferin, habe aber dazu gelernt. Ihr anscheinend nicht", brüllt eine Schülerin auf der Bühne des interaktiven Showtheaters. Auf dieser Bühne können Schülerinnen und Schüler geladener Schulklassen ihren Gefühlen zum Thema Alkohol freien Lauf lassen.

Es ist auffallend, dass Kinder und Jugendliche unverkrampfter mit der Aktionswoche umgehen als Erwachsene. Es wird viel gelacht, aber es werden auch viele Fragen gestellt. "Das ist ja krass, dass sogar im Senf und in der Schwarzkirschmarmelade etwas Alkohol enthalten ist", sagt ein Schüler aus Neu-Isenburg.

Krass ist aber auch der Pro-Kopf-Verbrauch der Bundesbürger im Jahr 2007: 111, 7 Liter Bier, 20,6 Liter Wein, 3,7 Liter Sekt und 5,6 Liter Spirituosen. Jeder 20. Bürger trinkt sogar das siebenfache dieser Menge. "Es gibt doch genug andere Getränke, die sehr gut schmecken. Da muss doch nicht immer Alkohol getrunken werden", lautet Erika Kimpels Kommentar zum Verbrauch der Deutschen.

Die Aufklärung und die Hilfestellung sei ein wichtiges Anliegen der verschiedenen Verbände, die hier ausstellen, sagt Yvonne Lahne vom Suchthilfezentrum Wildhof.

Aber Hilfe gibt es während der Aktionstage im Isenburg-Zentrum nicht nur für die, die dem Alkohol verfallen sind, sondern auch für deren Angehörige.

"Alkoholismus trifft die ganze Familie", so Gisela von Al-Anon, der Angehörigengruppe der Anonymen Alkoholiker. Und dass Alkoholismus bis heute ein Tabuthema sei, verschlimmere oftmals die Situation der betroffenen Angehörigen.

Präsenz zeigen und sich dennoch nicht aufdrängen - dies scheint der einzig mögliche Weg zu sein, dieses Thema an die Öffentlichkeit heranzutragen.

Autor:  Franziska Dallinger
Datum:  19 | 6 | 2009
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Twitter im Landtag
 

Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Anzeige

Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

Anzeige

Frage des Tages: Sollte man härter gegen Graffiti-Sprayer vorgehen?

Frankfurts Fassaden sind voll von Graffiti. Die Verursacher sind meistens nicht festzustellen. Die Polizei will nun härter gegen Graffiti-Sprayer vorgehen. Was halten Sie davon?

 

OB-Stichwahl in Frankfurt
Wahlergebnis Sehen Sie auch die Ergebnisse nach Stadtteilen als Grafik-Fotostrecke. Außerdem zeigen wir die Top- und Flop-Ergebnisse von Peter Feldmann und Boris Rhein nach Stadtteilen und noch detaillierter nach Wahlbezirken. Alles Weitere im Wahl-Spezial.
Frage des Tages: Welches Thema sollte der neue OB Peter Feldmann zuerst angehen?

Peter Feldmann wird Frankfurts neuer Oberbürgermeister. Welches Thema sollte der Sozialdemokrat in seinem neuen Amt als erstes angehen?

OB-Wahl in Frankfurt
So freuen sich Oberbürgermeister: Petra Roth (CDU) und Peter Feldmann (SPD), letzterer mit der Hand in der Hosentasche, ein Fauxpas.
Machtkampf nach OB-Wahl in Frankfurt 
        

Zählt die Tage bis zum Amtsantritt: Peter Feldmann.
Neuer Oberbürgermeister Frankfurt 
Der neue Oberbürgermeister Peter Feldmann bringt ein neues Team mit.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
Prinz Asfa-Wossen Asserate.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
So freuen sich Oberbürgermeister: Petra Roth (CDU) und Peter Feldmann (SPD), letzterer mit der Hand in der Hosentasche, ein Fauxpas.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
Spezial: Frankfurt Flughafen

Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.


Spezial: Der Flughafen wächst weiter
Manche Menschen freuen sich über den Klang von Glocken, andere fühlen sich gestört. (Symbolbild)
Fluglärm in Frankfurt 
        

Für diejenigen Menschen, die unter dem Fluglärm leiden, ist Frankfurt bei weitem nicht „grün“ genug.
Fluglärm in Frankfurt 
        

Wohnen in der Region: Lärm, aber noch kein Schallschutz.
Schleppende Antragsbearbeitung 
        

Nach Sonnenuntergang sollen auch die Flieger unten bleiben.
Nachtflugverbot 

Anzeige

Staumelder

Staumelder 113 Staus mit einer Gesamtlänge von 547km
Zu den Staumeldungen
Spezial

Auch dieses Jahr dürfte beim Schulwechsel der Sturm auf die Gymnasien ungebrochen anhalten. Doch welche Schulen passen eigentlich zu welchen Kindern? Die FR bietet einen Überblick.

Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Jeden Tag gibt's nun eine kurze Glosse zu unglaublichen Geschichten aus dem Frankfurter Alltag zu lesen.

 

Anzeige

 
Frankfurter Stadtteil-Porträts
Fragt man in Frankfurt die Leute, was denn die Hauptwache sei, bekommt man viele Antworten. Die einen haben einen Platz vor Augen, andere verwechseln die Hauptwache mit der Zeil. Wieder andere gehen davon aus, mit der Verabredung sei das Café Hauptwache gemeint. Oder auch die Standuhr dahinter.
Frankfurter Innenstadt 
..die Villa Meister. Das prachtvolle und heute denkmalgeschützte Gebäude hatte Herbert von Meister,der  Sohn von Carl Friedrich Wilhelm Meister, einem der Begründer der Farbwerke Hoechst, im Jahr 1902 erworben.
Frankfurt-Sindlingen 
        

Schon schön: Ein Blick in     die Grillparzerstraße im Dichterviertel.
Frankfurt-Dornbusch 
Auf den fruchtbaren Äckern im Frankfurter Norden wird immer noch Landwirtschaft betrieben. Und manch ein Erzeuger vermarktet seine Produkte immer noch selbst.
Frankfurt-Nieder-Eschbach 
Weblog

Seit vielen, vielen Jahren ist "kit" Eishockey-Berichterstatter. Im Blog berichtet er über die Löwen Frankfurt - "in your face".