Das alte Familienmodell hat auch in der Kirche endgültig ausgedient. In den nächsten vier Jahren will die evangelische Kirche in Frankfurt 1000 neue Plätze für Kinder unter drei Jahren schaffen. Damit weitet das Diakonische Werk als Träger der kirchlichen Krabbelstuben ihr Angebot um das Fünffache aus.
Mit diesem Kraftakt entlastet die Kirche die städtischen Bemühungen zum Ausbau der Betreuungsplätze für unter Dreijährige. Die Kommune muss, um die von 2013 an geltende Krippenplatzgarantie erfüllen zu können, etwa 6000 zusätzliche Plätze schaffen. Offen ist, ob es gelingt, die für den Ausbau und Generationenwechsel in den Kindergärten (1500 Erzieherinnen gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand) nötigen Fachkräfte zu finden. Nach Berechnungen der Stadt müssen 4500 Erzieherinnen eingestellt werden.
In den kirchlichen Krabbelstuben soll vor allem Wert auf eine feste Bindung zwischen Kindern und Erzieherinnen gelegt werden. Während der Eingewöhnungsphase des Kindes, in der Regel vier bis sechs Wochen, soll sich nur eine einzige Erzieherin um das Kind kümmern - wird sie krank, muss der Prozess unterbrochen werden.
Prinzipiell aber gelte, dass "der Weg zu einer Institutionalisierung der Kinderbetreuung auch unter drei Jahren richtig und notwendig ist", bekräftigt Pfarrer Michael Frase, der Leiter des Diakonischen Werkes.

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