Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen hat das geplante Kinderförderungsgesetz scharf kritisiert. Die neuen Regeln für die Zuschüsse an Kindertagesstätten bedeuteten eine „Absenkung von Qualitätsstandards“, sagte Vorstandsmitglied Thomas Domnick, Direktor des Caritasverbands für die Diözese Mainz.
Die Gruppen in den Kitas würden größer, zum Teil sogar über die gesetzlich vorgesehene Obergrenze von 25 Kindern hinaus. Bedenklich sei auch, dass sich der Betreuungsschlüssel verschlechtere. „Den Bedürfnissen der Kinder kann so nicht genügend Rechnung getragen werden“, sagte Domnick. Auch bei der Betreuung von Kindern mit Integrationsbedarf habe das Gesetz, das die Regierungsfraktionen in dieser Woche in den Landtag einbringen wollen, Defizite: „Das Gesetz müsste explizit die Inklusion als Ziel nennen und Regelungen vorgeben, die die Kommunen in die Pflicht nehmen“, sagte Domnick mit Blick auf die UN-Behindertenrechtskonvention, der die Landesregierung im Sommer zugestimmt hatte.
Die Liga rügt auch, dass künftig bis zu 20 Prozent des Kita-Personals aus fachfremden Berufen kommen dürfen. „Diese Regelung widerspricht dem Fachkräftevorbehalt des Kinder- und Jugendhilfegesetzes und führt in der Praxis zu einer weiteren Absenkung der Bildungs- und Betreuungsqualität in Kindertageseinrichtungen“, kritisierte Marek Körner, Referent für Soziale Arbeit beim paritätischen Wohlfahrtsverband.
Der Liga gehören Verbände an wie Diakonie, Caritas, Paritätischer Wohlfahrtsverband und Arbeiterwohlfahrt, die laut Liga rund 1500 Kindertageseinrichtungen mit rund 100.000 Plätzen betreiben, das seien rund 45 Prozent der hessischen Tagesstätten. Ähnliche Kritik hatte am Vortag bereits die SPD-Fraktion im Landtag geäußert, die Grünen schlossen sich den Bedenken an.
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