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Klatsch & Tratsch: Frau Rauscher wehrt sich gegen Konkurrenz

+++ Andi Möller sagt, wie´s ist +++Marlies Flesch-Thebesius feiert Geburtstag +++ Heinrich Heine sagt, wie´s nicht ist +++

Frau Rauscher aus der Klappergass.
Frau Rauscher aus der Klappergass.
Foto: Kumpfmüller

Frau Rauscher wehrt sich gegen Konkurrenz

Alle Wetter. Frau Rauscher und der nackte Jörg waren wohl gestern. Wer wissen will, wie heute die "Frankfurter Originale" heißen, muss wohl zum "Levi´s Store Opening" an den Rathenauplatz gehen. Was schwer wird, denn die Eröffnung ist bereits Mitte März, und mittlerweile sollte man sich ein Jahr im Voraus akkreditieren, wenn man bei der Eröffnung eines Hosenladens dabei sein will. So sind halt die Zeiten. Und dementsprechend die "Frankfurter Originale", nämlich: Daniel Herrmann & Daniel Wind, Holger Wüst, Ata, Fagget Fairys, Oliver Hafenbauer, Ima und Gisela "Grüne Soße" Paul. Muss man wohl so hinnehmen. Ewiggestrige dürfen freilich weiterhin Frau Rauscher verherrlichen, bei der es unserer Polizei jetzt schon seit Jahrzehnten nicht gelingt, zu ermitteln, ob deren Beul´ am Ei vom Rauscher oder vom Alten kimmt. Was macht eigentlich unsere Polizei, wird man da mal fragen dürfen? Gewinnt die deutsche Meisterschaft im Polizei-Eishockey, wie unlängst berichtet. Auch was Originales.

Andi Möller sagt, wie´s ist

Niemand freilich ist origineller als Andreas Möller, Manager oder sowas ähnliches von Kickers Offenbach und unbremsbarer Gratisplauderer. Die Profi-Kicker von heute, diktierte Möller (42) den Kollegen von dpa anlässlich der Eröffnung eines anderen Frankfurter Hosenladens, zeigten sich "nur in Marken und sehen aus wie Popstars. Solang die Leistung auf dem Platz stimmt, ist das aber alles okay." Das war für ein möller´sches Statement jetzt allerdings erstaunlich lang, gehaltvoll und unfallfrei. War das am Ende gar nicht Andi Möller im Hosen-laden? "Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien!" Das ist ein echter Möller.

Marlies Flesch-Thebesius feiert Geburtstag

Und wer jetzt glaubt, Frankfurt habe gar keine Originale und Charakterköpfe mehr, sondern nur noch Hosenladenwiedergänger, dem sei gesagt: An diesem Samstag feiert Marlies Flesch-Thebesius ihren 90. Geburtstag. Sie war eine der Journalistinnen, die den Wiederaufbau Frankfurts nach dem Zweiten Weltkrieg schreiberisch begleiteten, erst für die Deutsche Nachrichtenagentur, dann für die FAZ, später wechselte sie zum Allgemeinen Sonntagsblatt. Mit 37 begann sie ein Theologiestudium, nach ihrer Rückkehr nach Frankfurt 1972 war sie lange Jahre Pfarrerin der evangelischen Paulsgemeinde. 1988 erschien ihr Buch "Hauptsache Schweigen - ein Leben unterm Hakenkreuz", 2004 folgte "Zu den Außenseitern gestellt", eine Biografie von Gertrud Staewen, die 1942 bei der "illegalen Judenhilfe" in Berlin-Dahlem mitwirkte. Flesch-Thebesius feiert ihren Geburtstag in der Still´ und wie es sich schicket, nicht i m Hosen-laden. Das ist wohl der Unterschied zwischen einem Promi und einer Grande Dame.

Heinrich Heine sagt, wie´s nicht ist

Die Fans von Frau Rauscher und dem nackten Jörg werden´s gemerkt haben: " in der Still´ und wie es sich schicket" ist natürlich ein Zitat von Heinrich Heine. Auch so ein Original, das immerhin ein paar Mal in Frankfurt zu Besuch war. Und der über die damals noch weitgehend hosenladenfreie Stadt etwas gesagt hat, was man noch heute sagen könnte, wenn man Offenbacher wäre oder Heinrich Heine oder sonst ein Kunstbanause: "Der Umgang um die Stadt ist jedenfalls interessanter als der Umgang in der Stadt." Das war damals natürlich schon so falsch wie heute. Schwamm drüber. (skb)

Datum:  12 | 3 | 2010
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