Jetzt, wo der Dalai Lama weg ist, können wir uns in Frankfurt wieder auf das wahre, schöne, gute Glück konzentrieren. Nicht ein harmonisches Leben, die Ausge-glichenheit von Körper, Seele und Geist, das Einssein mit dem Universum macht glücklich, sondern: Geld. Das ist keine abgehobene Philosophie, sondern Realität in der Finanzmetropole mit der großen Börse, an der man so nett von einem "Mitnahmeeffekt" spricht, wenn einer tausende von Euro schaufelt, ohne dafür den Finger krumm machen zu müssen. Kann aber nicht jeder, an der Börse spekulieren. Dem einen fehlt das Eigenkapital, dem anderen das nötige Insiderwissen.
Oder man gehört zur großen Gruppe derer, die weder das eine noch das andere besitzen. Für diese große Gruppe gibt es Franziska Reichenbacher, die "Lottofee". Feen gehören zwar eigentlich ins Reich der Märchen und nicht in den Main Tower, wo zwei Mal in der Woche die Glückskugeln rollen. Feen halten aber auch den Glauben daran wach, dass das Unmögliche auch einmal Wirklichkeit werden kann. Sechs Richtige im Lotto. Da könnte man auf die Abwrackprämie pfeifen und trotzdem ein neues Auto kaufen und Urlaub machen mit allem Komfort. Während bei der Mittwochsziehung alles beim alten bleibt, müssen Lottospieler am Samstag jetzt länger bibbern. Statt um kurz vor acht, werden die Zahlen erst um 22 Uhr aus-geknobelt. Grund ist die Sportschau, deren Sendezeit erweitert wurde. (ft)
Behnam Yazdani sperrt sich selbst
Es ist nicht so, dass die Jusos in Südhessen ihre Website für nutzlos oder gar jugendgefährdend hielten. Gesperrt haben sie ihren Internet-Auftritt trotzdem. Wer auf www.jusos-hessensued.de klickt, sieht auf dem Bildschirm ein rotes Schild mit der Aufschrift "Stopp?". Außerdem sind darauf Argumente aufgeführt gegen das von Bundestag und Bundesrat verabschiedete Gesetz zur Sperrung von kinderpornografischen Seiten, das die Jusos schlicht Internet-Zensur-Gesetz nennen.
"Wir halten die beschlossene Regelung für großen Blödsinn", sagt der Vorsitzende der süd-hessischen Jusos, Behnam Yazdani. Durch das Gesetz werde der staatlichen Zensur des Internets Tür und Tor geöffnet. "Heute ist es noch der Kampf gegen Kinder-pornografie, aber morgen vielleicht schon gegen andere politische Ansichten", sagt Yazdani. Wirklich gesperrt ist die Internetseite des südhessischen SPD-Nachwuchses übrigens nicht. Mit einem Klick landen die User auf dem normalen Online-Angebot. (geo)
Karl Schlögel lobt Claudio Magris
Der Historiker Karl Schlögel wird bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buch-handels an den italienischen Essayisten und Romancier Claudio Magris die Laudatio halten. Wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Mittwoch in Frankfurt weiter mitteilte, wird der Festakt am 18. Oktober in der Paulskirche live im ZDF über-tragen. Die Verleihung des renommierten Kulturpreises, der mit 25 000 Euro dotiert ist, findet traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse statt.
Der 61 Jahre alte Schlögel, der an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder lehrt, hat sich mit seinen Arbeiten über Osteuropa und als Kulturpublizist einen Namen gemacht. Für sein im vergangenen Jahr erschienenes Buch "Terror und Traum. Moskau 1937" erhielt er dieses Jahr den Leipziger Buchpreis zur Euro-päischen Verständigung. Der 70- jährige Magris, der durch Werke wie "Donau. Biografie eines Flusses" bekannt wurde, gilt als einer der brillantesten Kultur-publizisten Italiens. dpa

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