Nur lautes Säbelrasseln oder eine echte Gefahr für Arbeitsplätze? Sicher ist: Der Streit um die Entgelte am Frankfurter Flughafen eskaliert.
Der von Fraport geforderte Aufschlag gefährde hunderte Jobs, sagt Andreas Strache, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates bei der Deutschen Lufthansa. "Völliger Humbug", schießt ein Fraport-Sprecher zurück.
Im Kampf um den Ausbau marschierten Fraport und die Fluggesellschaften Seit´ an Seit´. Beim Bezahlen indes gibts erhebliche Differenzen: Der Flughafenbetreiber Fraport will seine Kunden an der Finanzierung beteiligen, Lufthansa & Co. aber wollen möglichst wenig zahlen. Über Monate schon streitet man über die Höhe künftiger Gebühren für den Service rund ums Rollfeld. Bis kommenden Freitag aber soll eine Einigung erzielt sein, am 19. Februar läuft eine Frist ab.
Das Angebot von Fraport sei für die Airlines "nicht akzeptabel", moniert der Verband der Fluggesellschaften mit dem Kürzel Barig. Der Flughafenbetreiber fordere eine stufenweise Steigerung der Entgelte von 2012 bis 2015 um insgesamt 20 Prozent. 50 Euro pro Passagier müsste Lufthansa demnach ab 2015 hinlegen.
Fraport bestreitet das vehement. Die unterstellte Forderung von 20 Prozent spiegele in keiner Weise den aktuellen Verhandlungsstand wider, sagte ein Konzern-Sprecher. Wo das Angebot von Fraport derzeit liegt, verrät er aber nicht. Die Investitionen seien eng mit den Airlines abgestimmt, betont der Fraport-Sprecher. Der Konzern investiere eine Milliarde Euro pro Jahr in Modernisierung und Erweiterung des Flughafens - einschließlich des Ausbaus. Die zusätzlichen Kapazitäten kämen auch den Airlines und ihren Kunden zugute. Die Investitionen vernichteten keine Arbeitsplätze, sie schüfen neue und sicherten schon bestehende Jobs.
Zusätzliche Kosten könne Lufthansa nicht einfach auf die Tickets umlegen, erwidert Strache. Der Markt sei hart umkämpft. Gespart werde dann beim Personal, fürchtet der Betriebsratschef. Bestehende Arbeitsplätze könnten gestrichen, neue Jobs gar nicht erst geschaffen werden.
Denn auch die Kranichlinie investiere - etwa in 20 zusätzliche Maschinen für Frankfurt. Und mit jedem neuen Jet würden bis zu 400 Arbeitsplätze geschaffen. Die stünden nun auf der Kippe.
Dennoch: Reden und verhandeln wollen die zerstrittenen Parteien weiterhin miteinander. Am 19. Februar wird man sehen, ob sich alle wieder liebhaben.