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18. Dezember 2012

Kommentar zu Muslimen: Kommentar: Der Islam ist willkommen

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Pitt von Bebenburg ist Landtagskorrespondent der FR.  Foto: FRFOTO

Die Einführung des Islamunterrichts ist der wohl wichtigste Erfolg, den sich Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn auf die Fahnen schreiben kann.

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Der Islam gehört zu Hessen. Er ist hier eine willkommene Religion. Das haben gleich zwei Ereignisse am Montag deutlich gemacht: die Einführung des Islamunterrichts an hessischen Grundschulen ebenso wie die Gründung einer Akademie zur Imam-Ausbildung in Südhessen.

Beides wäre nicht gelungen, wenn es nicht die Bereitschaft in Deutschland gebe, die Muslime beim Ausüben ihrer Religion zu unterstützen. Gerade für die regierende CDU war das eine große Hürde, die sie durch den keineswegs sanften Druck ihres Koalitionspartners FDP genommen hat.

Nicht zu unterschätzen sind jedoch auch die Herausforderungen, denen sich die Religionsgemeinschaften zu stellen hatten. Sie mussten Vertrauen schaffen, wie es der Ahmadiyya durch jahrelange gute Kontakte in Riedstadt gelungen ist. Daneben mussten sie sich, um Islamunterricht erteilen zu können, zu Institutionen weiterentwickeln, wie es sie in der Tradition des Islam eigentlich nicht gibt – formellen Religionsgemeinschaften, die als Ansprechpartner des Staates dienen können. Es hat sich gelohnt, diesen Weg zu gehen.

Neben aller Symbolik für das gedeihliche Zusammenleben verschiedener Kulturen hat es ganz praktische Auswirkungen, wenn muslimische Kinder Reli-Unterricht bekommen wie ihre evangelischen und katholischen Mitschüler. Sie werden nicht ausgeschlossen, sondern anerkannt.

Zugleich besteht eine gute Chance zur kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen und mit anderen Religionen, so wie dies guter Unterricht leisten soll. Das ist nicht nur eine Alternative zur Hinterhof-Moschee mit ihren fremdsprachigen Predigern, sondern auch eine Alternative zu einem Leben, das sich von kulturellen Wurzeln entfremdet. Insofern kann der Islamunterricht mehr bewirken als alle Sonntagsreden über Integration.

Wenn das Modell erfolgreich startet, werden sich vielleicht auch andere muslimische Gruppierungen auf den Weg machen, an hessischen Schulen zu unterrichten. Es wäre zu wünschen.

Hartnäckigkeit haben die islamischen Organisationen Ditib und Ahmadiyya bewiesen, die sich durch das langwierige und komplizierte Verfahren nicht abschrecken ließen. Ebenso langen Atem musste aber auch die FDP aufbringen, um ihren Koalitionspartner CDU zum Jagen zu tragen.

Die Einführung des Islamunterrichts ist der wohl wichtigste Erfolg, den sich Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn auf die Fahnen schreiben kann. Es war auch sein Durchsetzungsvermögen, das den Montag zum Feiertag der religiösen Gleichberechtigung gemacht hat – genau eine Woche vor Weihnachten.

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