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Rhein-Main und Hessen
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05. Februar 2013

Kommentar zu Woolrec: Genauer hinsehen

 Von 
Bürger wehrten sich mit Plakaten gegen Woolrec.  Foto: Alex Kraus

In Zukunft wird man beim Thema Recycling genauer hinsehen müssen. Nicht nur in Hessen.

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Es ist verständlich, dass die Tiefenbacher erleichtert sind: Zumindest vor ihrer Haustür ist jetzt Schluss mit dem Faserhäckseln, Schluss mit der Anlieferung von gefährlichem Sondermüll mitten im Wohngebiet. Doch das Problem ist damit nicht aus der Welt: Die Produktion des Stoffs Woolit, an dem nicht nur wegen des konkreten Verhaltens der Firma Woolrec Zweifel bestehen, könnte weitergehen. Irgendwo anders. Ob das wirklich eine gute Idee ist, ist auch nach einem Jahr Woolrec-Skandal nicht geklärt.

Fragwürdig bleibt das Vorgehen des Regierungspräsidiums Gießen, das sich jetzt lange Gerichtsprozesse ersparen und den Fall Woolrec zu den Akten legen kann. Wenn Regierungspräsident Lars Witteck (CDU) im Radio behauptet, er habe „immer eine klare Linie gegenüber dem Unternehmen gefahren“, dann ist das unverschämt: Monatelang hat sich das RP schützend vor Woolrec gestellt, viel zu lange hat es einem dubiosen Gutachter vertraut, der den Betrieb überwachte, obwohl er das Woolit mitentwickelt hatte. Und als Woolrec vor Jahren mit der Produktion anfing, hätte man kritischer nachhaken müssen. Es hätte Witteck jetzt gut zu Gesicht gestanden, einige Fehler der Vergangenheit einzuräumen.

Insgesamt müssen Politik und Medien aus dem Fall Woolrec Lehren ziehen: Weil das Kreislaufwirtschaftsgesetz zu Recht auf Wiederverwertung setzt, kann man mit tatsächlichem oder angeblichem Recycling richtig Geld machen. Das lockt seriöse Firmen, aber auch windige Geschäftemacher an. Man wird beim Recycling in Zukunft genauer hinschauen müssen. Nicht nur in Hessen.

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