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Konzert: Von Hillbilly bis Metal

The Handlebars spielen alles Mögliche - auch Nirvana-, nur irgendwie anders. Das machen sie jetzt so 15 Jahre kreuz und quer durch Frankfurt. Und haben mächtig Spaß daran. Auch am Samstag. Von Valeska Lechla

Die Band:  L.Don Okami, Kosta Kostis, Paul Kachur (v.l.)
Die Band: L.Don Okami, Kosta Kostis, Paul Kachur (v.l.)
Foto: FR/Müller

Frank Sinatra hat auch keine Lieder geschrieben. Er verlieh den für ihn verfassten Stücken seine besondere Note. Ein Prinzip, dass sich die Frankfurter Band The Handlebars abgeschaut und auf sich zugeschnitten hat. "Wir versuchen, einen anderen Blick auf ein Stück zu geben. Denn ein gutes Lied kann man auf alle möglichen Weisen spielen", sagt Paul Kachur, der Banjo, Mandoline sowie Gitarre spielt und eine der Stimmen des Trios ist.

Seit 1995 entfremden die gebürtigen Amerikaner Paul Kachur, L. Don Ohkami und der griechische Bassist Kosta Kostis als Hobby Hits wie "Purple Rain" von Prince oder "Smells like teen spirit" von Nirvana. In der Sachsenhäuser Session Kneipe "An Sibin" lernten sie sich drei Jahre zuvor innerhalb der Formation "Songs about nice girls" kennen. Als Danny Kelly, der damalige Besitzer des An Sibin, dem Trio den ersten Auftritt verschaffte, fiel auf, dass die Formation gar keinen Namen besaß. So entstand aus Paul Kachurs und Kosta Kostis zweiter Band "Hard to handle" zwischen Backstagebereich und Bühne der Name "The Handlebars".

Welche Art von Musik sie denn nun machen? Alles Mögliche: Von Hillbilly, einem Stil der ländlich nordamerikanischen Bevölkerung, den Appalachen, über Bluegrass, einer amerikanischen Volksmusikrichtung, bis hin zu Einflüssen aus dem Bereich des Metal. "Alle Musiker der 70er Jahre gingen zusammen auf Tournee. Erst danach haben sich die verschiedenen Genres gebildet", erklärt Paul Kachur die musikalische Melange der Handlebars. 2009 trat das Trio als Vorgruppe der "Johnny Cash Tribute Band" im Frankfurter Club "Das Bett" auf und auch im Jazzlokal "Mampf" im Nordend sind sie oft anzutreffen.

Die Musik der Appalachen stamme aus seiner Heimat, so L. Don Ohkami, der auch für die Gitarre, Mandoline, das Banjo und den Gesang zuständig ist. Dennoch zeige Kosta Kostis, dass man diese Art von Musik auch ohne heimatliche Verbundenheit machen könne. Kostis war zuvor in anderen Szenen aktiv, spielte in einer Indie Pop/Rock Band, probierte Stile wie Blues oder Hard Rock aus. Die Authentizität der Handlebars überzeugte ihn, in ein konträres Genre einzutauchen.

Aus Pop wird Country

Wie ein Lied entfremdet wird und trotzdem glaubwürdig bleibt, macht Gitarrist L. Don Ohkami deutlich: "Die Struktur wird nicht verändert, aber der Stil. Mit Coverbands, die alles so original wie möglich spielen, haben wir nichts zu tun." Deshalb kann es auch schon mal vorkommen, dass die Band spontan poppige Stücke von Britney Spears in pfiffige Countrynummern verwandelt.

Aber nicht nur modernen Lieder nimmt sich das Trio an. Paul Kachur findet: "Alte, traditionelle Nummern müssen nicht langweilig sein." Der bester Beweis dafür ist ihre Hillbilly-, Bluegrassversion von "Purple Rain". Sie ist schneller als das Original. Weniger dramatisch und schwer. Eine Interpretation die gute Laune in Richtung Publikum transportiert.

The Handlebars treten am Samstag, 5. Juni, um 20 Uhr, im Café Claro, Rohrbachstraße 41 (Nordend) auf.

Autor:  Valeska Lechla
Datum:  4 | 6 | 2010
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