Großkrotzenburg/Darmstadt. Mehr als 8500 Beschwerden gegen die geplante Erweiterung des Kohlekraftwerks Staudinger am Main sind bei der Genehmigungsbehörde eingegangen. Die Argumente der Privatleute und Anregungen der Fachbehörden werden vom 10. November an bei öffentlichen Sitzungen im Bürgerhaus der Gemeinde Großkrotzenburg (Main-Kinzig-Kreis) erörtert, wie das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt am Mittwoch mitteilte. Die eingegangenen Beschwerden würden nun Eon zur Stellungnahme zugesandt.
Der Energie-Konzern will bis 2013 für 1,23 Milliarden Euro einen sechsten Block an der hessisch-bayerischen Grenze bauen und dafür drei alte Blöcke stilllegen. Mit einer Leistung von 1100 Megawatt wäre er einer der leistungsstärksten der Welt und könnte nach Angaben des Unternehmens jedes Jahr fünf Millionen Menschen mit Strom versorgen. Bürgerinitiativen und Umweltverbände versuchen die Pläne zu verhindern. Aus ihrer Sicht sind Kohlekraftwerke nicht mehr zeitgemäß und schaden der Umwelt.
In sogenannten immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren für den Neubau des Steinkohleblocks gingen 8493 private Einwendungen ein, wie das RP bekanntgab. Zudem seien 85 weitere Stellungnahmen von Fachbehörden, Kommunen und Verbänden ebenfalls im laufenden Verfahren zu bewerten. "Das zeigt, dass das Ausbauvorhaben in der Bevölkerung auf breite Ablehnung stößt", hatte der Sprecher der Bürgerinitiative (BI) "Stopp Staudinger", Winfried Schwab-Posselt, bereits bei der Übergabe der Beschwerden Anfang September gesagt.
Die Kraftwerksgegner haben bereits angekündigt, dass sie im Falle einer Genehmigung für das umstrittene Bauprojekt vor das Verwaltungsgericht ziehen wollen. "Der Ausbau wäre eine einzige Katastrophe. Schon jetzt leiden die Menschen in der Region unter erheblichen Luftverschmutzungen und Lärmbelästigungen", sagte Schwab- Posselt. Die Bürgerinitiative arbeitet bei ihrem Kampf unter anderem mit den Umweltschutzverbänden BUND Hessen und BN Bayern zusammen. (dpa)

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