Sieben Insassen eines Stadtbusses in Kronberg (Hochtaunuskreis) haben gestern Nachmittag gegen 14.55 Uhr einen Horrortrip erlebt: Als sie am Bahnhof auf die Abfahrt des Busses warteten, vorweihnachtliche Besorgungen und Erledigungen im Sinn, kaperte ein aufgeregter Mann das Fahrzeug, zwang den Fahrer mit vorgehaltener Schusswaffe, eine völlig andere Route, als die durch die engen Straßen der Stadt zu wählen. Die Fahrt sollte lang werden, aber für alle letztlich unbeschadet enden – allerdings im Eppsteiner Stadtteil Bremthal (Main-Taunus-Kreis).
Zuvor hatte der Mann offenbar in der Kronberger Friedrich-Ebert-Straße ein Elektrogeschäft überfallen wollen. Dort hatte er gegen 14 Uhr ebenfalls die Schusswaffe gezogen. Was er verlangte – ob Geld oder anderes – sowie den weiteren Tathergang wollte der Sprecher der zuständigen Kriminalpolizei in Bad Homburg gestern nicht schildern. Der Inhaber des Ladens werde noch vernommen, hieß es.
Ob der Täter den Laden schließlich mit oder ohne Beute verließ, blieb unklar. Dennoch wurde in der Stadt kolportiert, er habe den Laden überstürzt verlassen und dort seinen Rucksack zurückgelassen.
„Todesangst“
Ein Rucksack, das wollte der Polizeisprecher gestern Abend wenigstens einräumen, habe eine Rolle gespielt. Die Mitarbeiter des Kronberger Rathauses erreichte die Nachricht vom Raubüberfall und der Entführung kurz vor ihrer Weihnachtsfeier.
Im Bus jedoch herrschte die blanke Angst. Wie ein vom Hessenfernsehen in der Sendung Maintower gegen 18 Uhr befragter Fahrgast aussagte, hatte ein in einer der hinteren Reihen sitzender Passagier wohl versucht, per Handy einen Notruf abzusetzen, was der Täter bemerkte und unterband. Von „Todesangst“ berichtete der Fahrgast, der dem Entführer direkt gegenüber saß.
Der Täter lenkte den Bus auf die B 455 über Königstein Richtung Wiesbaden. In Bremthal stieg er aus und zwang ein Ehepaar, aus ihrem roten Kombi auszusteigen. Mit dem Wagen setzte er die Flucht dann fort. Unbestätigten Meldungen zufolge soll auch dieser Wagen bereits gefunden worden sein. Per Radio gab man jedenfalls die Warnung durch, keine Anhalter mitzunehmen.

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