Aktuell: Museumsuferfest Frankfurt | Zuwanderung Rhein-Main | Fotostrecken | Polizeimeldungen
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Rhein-Main und Hessen
Hessische Landespolitik und Berichte aus dem Rhein-Main-Gebiet.

14. Mai 2010

kunst: Blick nach vorn

 Von Mia Beck
Die Kuppel unterm Kirchendach ist zehn Meter hoch.

Die Installation Lookahead des HfG-Absolventen Florian Jenett betritt man durch eine Türschleuse, ein System, das man aus Krankenhäusern kennt. Zunächst wird

Drucken per Mail

Die Installation Lookahead des HfG-Absolventen Florian Jenett betritt man durch eine Türschleuse, ein System, das man aus Krankenhäusern kennt. Zunächst wird eine Tür geöffnet und der Besucher betritt einen Schleusengang. Nachdem diese Tür geschlossen wurde, gelangt man durch eine weitere in einen Raum, der wie das Innere eines bunten Balls wirkt.

Der Ausstellungsbesucher ist umgeben von einer Kuppel mit einem Durchmesser von zwölfeinhalb und einer Höhe von zehn Metern. Sie ist aus fünf- und sechseckigen Plastikplanen-Teilen zusammensetzt, auf denen es Fragmente klassischer Lifestyle- und Werbe-Motive, Abbildungen technischer Apparaturen (Fernbedienung, Steckdose) und auch ein paar lachende Fußballfans zu entdecken gibt. Blickt man weiter umher, fallen einem Vielecke in zartem Rosa auf, die mit ihren verwischten Strukturen fliegenden Schmetterlingen ähneln. Es rieche nach Urlaub, findet eine Besucherin, und in der Tat erinnert der Gummigeruch des Baumaterials an dünne, aufblasbare Billigluftmatratzen und Wasserbälle.

Aus hölzernen Paletten, die mit schwarzer Dachpappe überzogen sind, wurde im Zentrum des Gebildes eine Sitzgelegenheit gebaut, ein Ort für die Kommunikation der Besucher. Der Ausdruck to look ahead bedeutet nach vorne blicken, für etwas Vorsorge treffen oder die Zukunft planen. Es scheint so, als könne dies ein geeigneter Ort sein, um sich über das Hier, das Jetzt und die Zukunft mit anderen auszutauschen.

Im Innern der Kuppel kann sich ein leichtes Schwindelgefühl einstellen, weil das Gebilde ein wenig in sich zusammenzusacken scheint. Es handelt sich um ein aufblasbares Behältnis, das nur an einer Stelle an der Decke aufgehängt wurde und durch eine kleine Zufuhrschleuse mit Luft versorgt wird. Der Druckabfall, der beim Öffnen der Tür entsteht, wird ausgeglichen, indem Luft nachgepumpt wird.

Jenett interessiert sich für Objekte, die er nachbauen kann. Bei "Lookahead" handelt es sich um den Nachbau einer Radarkuppel, die die Bundeswehr während des Kalten Krieges auf der Wasserkuppe betrieb.

Was ein Raum ist und was er bewirken kann, ist bis Ende Mai Thema in der Diakoniekirche. Kurator Gerald Hintze sagt, dass diese Fragestellung an einem Ort, der Menschen ohne Wohnung einen geschützten Raum bietet, von besonderer Bedeutung sei.

Am 25. Mai folgt ein Abend mit Liedern des politisch engagierten Lyrikers und Journalisten Matthias Claudius, der in seinem bekannten Abendlied "Der Mond ist aufgegangen" nach Ansicht der Veranstalter das nächtliche Himmelszelt als Raum definierte. Am 27. Mai wird das Frankfurter Künstlerduo Winter/Hörbelt seine Vorstellung vom absoluten und relativen Raum in Form einer Linse präsentieren.

Lookahead, Weißfrauenkirche, Frankfurt, Weserstraße 5, täglich von 18 bis 21 Uhr, bis 21.5.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus
Anzeige

Anzeige

Ressort

Von Hanau über Offenbach bis Wiesbaden, von Friedberg über den Taunus bis nach Darmstadt: Die Frankfurter Rundschau berichtet mit ihren Redaktionen vor Ort aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet.

Twitter

Anzeige

Altenhilfe der FR
Altenhilfe

Spendenkonten, Bankverbindung, Online-spenden und Informationen zu Spendenquittungen.

ANZEIGE
- Partner