Eine Betreuerin hat in Limburg einen schwerbehinderten jungen Mann getötet. Gegen die 47-jährige Tatverdächtige wurde Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts des Totschlags erlassen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten.
Die Frau stellte sich selbst und legte ein Geständnis ab. Sie gab an, den 19-Jährigen vor knapp drei Wochen nach dem Füttern mehrere Minuten gewürgt und ihn anschließend reglos im Rollstuhl zurückgelassen zu haben. Als die Angehörigen auf ihn aufmerksam wurden, war er bereits tot.
Ersten Ermittlungen zufolge war der junge Mann seit einem Unfall im Kindesalter schwerbehindert und konnte sich kaum noch bewegen. Die Bekannte der Familie kümmerte sich seit Jahren um den Jungen und wohnte zusammen mit der Großfamilie im selben Haus. Sie war nach Angaben der Staatsanwaltschaft keine ausgebildete Pflegerin. Da es nach der Tat am 15. Mai keine Hinweise auf einen unnatürlichen Tod gab, wurde die Leiche fünf Tage später beerdigt.
Die Tat wäre unentdeckt geblieben, doch das schlechte Gewissen der Frau war offenbar zu groß. Am vergangenen Wochenende vertraute sie sich der Mutter des toten jungen Mannes an. Beide suchten am Montag zusammen einen Rechtsanwalt auf, der ihnen empfahl, zur Polizei zu gehen.
Die Frau wiederholte vor dem Haftrichter ihre Aussage. Ihr Motiv war zunächst unklar. "Sie sagt, sie wüsste selbst nicht, warum sie es getan hat", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Frau sitzt nun in Untersuchungshaft. Auf Anordnung eines Richters wurde die Leiche exhumiert und obduziert. Mit Ergebnissen wird erst nächste Woche gerechnet.(ddp)

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