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Vorstand will Dividende streichen: Lufthansa rutscht in die roten Zahlen

Die Deutsche Lufthansa schreibt erstmals seit sechs Jahren wieder Verluste. Unter dem Strich wies Europas größte Fluggesellschaft 2009 ein Minus von 112 Millionen Euro aus.

Lufthansa in Turbulenzen: Europas größte Fluggesellschaft schreibt erstmals seit sechs Jahren wieder Verluste.
Lufthansa in Turbulenzen: Europas größte Fluggesellschaft schreibt erstmals seit sechs Jahren wieder Verluste.
Foto: ddp

Die Deutsche Lufthansa schreibt erstmals seit sechs Jahren wieder Verluste. Unter dem Strich wies Europas größte Fluggesellschaft 2009 ein Minus von 112 Millionen Euro aus, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Im Jahr 2008 war trotz Wirtschaftskrise noch ein Gewinn in Höhe von 542 Millionen Euro Gewinn erzielt worden. Zuletzt war die Lufthansa in Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001 im Jahr 2003 in die roten Zahlen geraten.

Der Umsatz sank 2009 um rund zehn Prozent auf gut 22 Milliarden Euro. Damit wurde der rasante Umsatzanstieg der vergangenen Jahre, der auch durch Zukäufe im Ausland entstand, vorerst gestoppt. Operativ erzielte das Unternehmen noch einen Gewinn von 130 Millionen Euro. Damit wurde das von Konzernchef Wolfgang Mayrhuber ausgegebene 2009er Ziel operativer Profitabilität erreicht. Der Wert betrug aber nur noch ein Zehntel des operativen Vorjahresergebnisses von 1,3 Milliarden Euro.

Massive Billig-Konkurrenz

Wegen des schlechten Ergebnisses schlage der Vorstand vor, für das Jahr 2009 keine Dividende zu zahlen, hieß es weiter. Im Vorjahr waren es noch 0,70 Euro pro Aktie. Weil Analysten mit einem noch schlechteren Ergebnis gerechnet hatten, legte die Lufthansa-Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen dennoch zu und setzte sich im DAX an die Spitze. Die Lufthansa erlebt derzeit den massiven Konkurrenzdruck von Billigfliegern und steht dabei im innereuropäischen Verkehr unter großem Kostendruck. Zudem halten sich auch nach dem Abflauen der Wirtschaftskrise Geschäftsreisende bei der Buchung der besonders ertragreichen Business- und First-Class-Tickets zurück und setzen sich stattdessen in die Economy-Class. Probleme bereiten auch die Zukäufe Austrian Airlines und die britische BMI, die nach früheren Prognosen auch im vierten Quartal Verluste eingeflogen haben dürften.

Eine Herausforderung für Lufthansa sind derzeit auch die Tarifverhandlungen mit den Piloten. Sie sollen sich nach dem Willen des Unternehmens auch am Sparprogramm "Climb 2011" beteiligen, mit dem die jährlichen Kosten bis Ende 2011 um eine Milliarde Euro gesenkt werden sollen. Ein eintägiger Streik der Piloten hatte in der vergangenen Woche zu massiven Flugausfällen geführt, erst vor dem Arbeitsgericht einigten sich beide Parteien auf die Wiederaufnahme von Verhandlungen. Zum aktuellen Verhandlungsstand wollen beide Seiten keine Angaben machen.

Passagierzahlen sinken

Die Personalkosten zählen neben Gebühren für Flughäfen und Flugsicherung sowie Treibstoff zu den größten Kostenblöcken der Lufthansa. Mit zuletzt rund 80 Dollar pro Barrel drückt der Ölpreis auf die Gewinne. Sorgen bereitet dem Unternehmen auch der Bereich Luftfracht, wo in diesem Jahr rund zehn Prozent der 4500 Stellen gestrichen werden sollen.Zum Jahresauftakt zeichnete sich noch keine Trendwende ab. So gingen die Passagierzahlen im Januar im Bereich Lufthansa Passage im Jahresvergleich um ein Prozent auf 3,7 Millionen zurück. Rechnet man die Zukäufe mit, stieg die Zahl der konzernweit geflogenen Passagiere um 23,6 Prozent auf 5,9 Millionen. (dpa)

Datum:  2 | 3 | 2010
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