Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat gegen den 60 Jahre alten früheren Geschäftsführer der Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV) Anklage wegen Untreue in 308 Fällen erhoben. Dem 55 Jahre alten Inhaber eines Grafik-Unternehmens in Rodgau wird Beihilfe vorgeworfen.
In den Jahren 2006 bis 2011 soll der Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft seinem Rodgauer Spezi Scheinaufträge zugeschanzt haben – die Ermittler gehen davon aus, dass sich der 60-Jährige um rund eine Million, der 55-Jährige um etwa 800.000 Euro bereichert hat. Die Rechnungen habe der Geschäftsführer abgezeichnet, anschließend seien die Zahlungen ohne jede weitere Prüfung angewiesen worden.
Die Zahlungen der Verkehrsgesellschaft waren Mitarbeitern des Finanzamts bei einer Überprüfung des Rodgauer Unternehmens aufgefallen. Daraufhin ließ die Staatsanwaltschaft erst die Räume dieser Firma, schließlich auch das Hofheimer Büro des MTV-Chefs. Offenbar waren die beiden Angeklagten mit zunehmender Dauer des Schwindels immer unvorsichtiger geworden und hatten sich nicht einmal notdürftig bemüht, ihr Tun zu kaschieren. Wann der Prozess beginnt ist noch unklar. (skb.)
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