Im Kasseler Prozess um groß angelegten Marihuana-Schmuggel und -Handel hat das Landgericht gestern lange Haftstrafen verhängt. Wegen bandenmäßiger unerlaubter Einfuhr und Handels mit der Droge verurteilte das Gericht einen 46-jährigen Mann aus Belgien zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren und elf Monaten. Ein mitangeklagter 31-Jähriger, ebenfalls in Belgien lebend, wurde wegen Beihilfe zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.
In dem Verfahren ging es um Geschäfte mit rund 732 Kilogramm Marihuana, die zwischen November 2009 und September 2010 aus den Niederlanden – zum Teil über Belgien – nach Deutschland geschmuggelt worden waren. Die einzelnen Lieferungen hätten Mengen zwischen zehn und 54 Kilogramm Marihuana umfasst, so die Strafkammer.
Beide Angeklagte hatten die Beteiligung an den Geschäften eingeräumt. Der 46-Jährige allerdings, in dem die Staatsanwaltschaft den Kopf der Bande sieht, hatte seine Rolle eher als die eines Geschäftevermittlers beschrieben, Einer seiner beiden Verteidiger, Ingo Thiée, betonte gestern, wer jetzt den 46-Jährigen als den „großen Kopf“ bezeichne, verkenne, dass auch die anderen Beteiligten „Köpfe haben“.
Der Vorsitzende Richter aber betonte in der Urteilsbegründung: „Wie können nicht feststellen, dass er nur so ein Vermittler war.“ Der 46-Jährige habe das Risiko der Transporte getragen. Der Mann selbst hatte angegeben, Geld verloren zu haben, als die Polizei Lieferungen beschlagnahmen konnte. „Den Verlust trägt eigentlich derjenige, der Exporteur ist“, so der Richter.
Den 31-Jährigen beschrieb die Kammer als „Geldkurier“. Er habei den Abnehmern in Deutschland das Geld abgeholt, auch damit der 46-Jährige seine Lieferanten habe bezahlen können. „Urproduzent“ des gelieferten Marihuana sei der Mann, den andere mutmaßliche Bandenmitglieder respektvoll „den Onkel“ genannt hatten, aber nicht gewesen.
Allerdings hatte die Bundespolizei offenbar durchaus Hinweise, dass der „Onkel“ auch selbst Marihuana anbaute – in Hallen. Eine dieser Hallen, sagte ein als Zeuge vernommener Ermittler aus, sei nach Angaben der belgischen Kollegen in „Schall und Rauch“ aufgegangen: „Sie ist angezündet worden.“ Eine zweite Plantage mit rund 12000 fast erntereifen Marihuana-Pflanzen habe man im Januar kontrolliert – an jenem Tag als zeitgleich in Belgien und Deutschland verdächtige Perso

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