Er studierte den Marxismus ebenso wie die Evangelien, setzte sich in Gesellschaft und Politik für die Perspektive der weniger Begüterten ein: Der große katholische Publizist Walter Dirks. Sein Todestag, der sich am Samstag, 30. Mai, zum 19. Mal, jährt, ist Anlass für den Walter-Dirks-Tag im Haus am Dom. "Wie christlich darf Politik sein?"
Diese nicht zuletzt durch den Berliner Pro-Reli-Streit hochaktuelle Frage wird bei der diesjährigen Tagung beleuchtet. Am Todestag des großen Frankfurter Publizisten, der für einen weltoffenen, sozial sensiblen Katholizismus steht, versucht die Debatte zu bestimmen, wo die Grenze zwischen legitimer Schärfung des Gewissens und einer Klerikalisierung der Politik liegt. Der Tag im einst von Walter Dirks gegründeten Haus der Volksarbeit an der Eschenheimer Anlage 21 beginnt um 15 Uhr. Der Journalist Thomas Seiterich von der Zeitschrift Publik Forum richtet dann einleitend den Blick auf christliche Grundsätze und säkulare Politik bei Walter Dirks.
Christa Nickels, ehemals Grüne Bundestagsabgeordnete und heute Mitglied im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken, berichtet anschließend über ihre Erfahrungen als Christin in der Politik und schließlich untersucht Heiner Ludwig ehemaliger Leiter des Instituts für Sozialethik der TU Darmstadt kirchliche Moral, Naturrecht und Gesetzgebung im säkularen Staat. Der Tag klingt mit einer Podiumsdiskussion aus. Die Teilnahme ist kostenlos. (ssl)

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