Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat davor gewarnt, die Gesellschaft auf dem Weg in die digital vernetzte Zukunft zu spalten. Statt einer Ablösung müsse es ein Nebeneinander geben von denjenigen, die sich im Internet zu Hause fühlen, und denen, die den neuen Medien eher ängstlich gegenüberstehen, sagte Koch am Mittwochabend beim Forum Medienzukunft der hessischen Landesmedienanstalt LPR in Frankfurt. "Die Unter-25-Jährigen können nicht alleine regieren und sollten die Älteren auch weiterhin mitreden lassen", verlangte Koch.
Da es ein Unverständnis auf beiden Seiten gebe, neigten sowohl die mit dem Netz aufgewachsenen "Digital Natives" als auch die Internet-Skeptiker dazu, sich im Dialog hochzuschaukeln, sagte der Ministerpräsident. Er wünsche sich, dass stattdessen ein gegenseitiges Erklären stattfinde. Die Politik habe darüber hinaus beim Jugendschutz eine "Garantieverpflichtung".
Kochs Rede vorausgegangen war ein Vortrag mit anschließender Diskussion des Bremer Psychologen und Medienwissenschaftlers Peter Kruse. Dieser hatte referiert, dass große Netzwerke mit einem hohen Anteil an spontaner Aktivität, wie sie sich im Internet finden, eine Tendenz zur "Netzwerkresonanz" haben, mit deren Hilfe sich als wichtig empfundene Themen in kürzester Zeit ausbreiten und potenzieren könnten. In solchen Netzwerken, die in der Regel keinen Anführer hätten, entwickle sich eine unkontrollierbare Dynamik, die Demokratie und Wirtschaft verändere und zur Teilnahme auffordere, sagte Kruse. (ddp)

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