Dem Sportlehrer Ralf S. (Name geändert), der 1995 die damals 14 Jahre alte Schülerin Elisa (Name geändert) schwängerte, droht die Entfernung aus dem Dienst. Das Staatliche Schulamt für die Kreise Groß-Gerau und Main-Taunus teilte der Frankfurter Rundschau auf Anfrage mit, dass gegen S. ein Disziplinarverfahren eröffnet werde. Zudem erhalte die Staatsanwaltschaft offiziell Mitteilung über die Vorwürfe gegen den heute 60-jährigen, der noch im hessischen Schuldienst aktiv ist. Zurzeit ist S. krankgeschrieben.
Elisa hatte S. bereits im Januar dieses Jahres bei der Schulaufsicht angezeigt. In der FR hatte Elisa ihre Geschichte erzählt. Sie war 14, als sie von S. schwanger wurde. Zur Abtreibung wurde sie von einer Lehrerin begleitet. Die Eltern erfuhren erst Jahre später davon. Der damalige Schuldirektor war informiert und hielt die Angelegenheit auf Drängen Elisas unter der Decke. S. musste die Schule wechseln, ein Disziplinarverfahren wurde nicht eingeleitet.
"In der Personalakte des Lehrers findet sich kein Hinweis", sagt Klaus Feine-Koch, kommissarischer Leiter des Staatlichen Schulamts in Rüsselsheim. Allerdings sind die Vorkommnisse durch Aussagen des ehemaligen Schulleiters und zahlreicher Unterlagen gut belegt. "Das Vorgefallene ist so gravierend, belegt und unbestritten, dass auf jeden Fall ein Strafantrag gestellt werden muss", urteilt Ute Schmidt vom Staatlichen Schulamt Wiesbaden.

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