Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Sportlehrer, der 1995 eine damals 14 Jahre alte Schülerin eines hessischen Gymnasiums schwängerte. "Wir prüfen jetzt, ob Straftaten begangen wurden, die nicht verjährt sind und noch verfolgt werden können", sagte Markus Hoffmann, Sprecher des Polizeipräsidiums Westhessen. Im Laufe dieser Woche solle das Opfer als Zeugin gehört werden. Im Anschluss werde die Staatsanwaltschaft über eine mögliche Anklageerhebung entscheiden.
Unter dem Pseudonym Elisa hatte die heute 29-Jährige in der Frankfurter Rundschau vor zwei Wochen ausführlich ihre Geschichte erzählt. Demnach hatte eine Lehrerin ihrer Schule sie einige Tage nach ihrem 15. Geburtstag zur Abtreibung begleitet. Die Lehrerin ist noch im Schuldienst aktiv.
Elisa hatte die gravierenden psychischen Folgen der Beziehung und des Schwangerschaftsabbruchs beschrieben und berichtet, wie sie sich über einen langen Zeitraum hinweg von dem Sportlehrer bedrängt gefühlt hatte. Bei ihrem letzten Treffen habe er sie gewürgt und sie in Todesangst versetzt. Auch der Sportlehrer ist noch im hessischen Schuldienst. Er ist seit Jahresanfang krank geschrieben.
Der inzwischen pensionierte Schulleiter wusste von den Vorfällen, hatte aber weder Eltern noch Schulaufsicht informiert. Im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau sagte er, er trage dafür die alleinige Verantwortung. Das Staatliche Schulamt in Wiesbaden prüft, ob gegen ihn ein Disziplinarverfahren eingeleitet werden soll, sagte Vize-Amtsleiter Ulrich Kirchen am Freitag.
Fest stehe, dass der Schulleiter damals keinen schriftlichen Bericht an die Schulaufsicht gegeben habe, obwohl dies dienstlich geboten gewesen wäre. Möglicherweise, so Polizeisprecher Kirchen, würden auch gegen die Lehrerin Vorermittlungen aufgenommen, die Elisa zur Abtreibung begleitet haben soll.

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