Der Opfer-Verein „Glasbrechen“ hat in der Nacht zu Samstag nach eigenen Angaben rund 60 Mahntafeln gegen das Vergessen des Missbrauchs-Skandals an der Odenwaldschule aufgestellt. Grund für die Aktion: Der Verein habe eine „wachsende Tendenz registriert, sich der Verantwortung für das Leid unzähliger Betroffener und damit der Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit zu entziehen“, teilte der Vereinsvorsitzende Adrian Koerfer mit. „Schmerzhaft vermissen wir seit Monaten jede weitere Diskussion zur Opferproblematik“, hieß es weiter. „Glasbrechen“ werde nicht aufhören, „gegen diese angestrebte Ruhe an der Odenwaldschule zu kämpfen“.
Der Missbrauchsskandal an der Schule war im März 2010 neu an die Öffentlichkeit gekommen. Die Taten liegen Jahrzehnte zurück und gelten als verjährt. Einer Untersuchung zufolge wurden mehr als 130 Schüler von ihren damaligen Lehrern sexuell missbraucht. Der Skandal hatte die Schule über Monate hinweg fast pausenlos in den Schlagzeilen gehalten. (dpa)

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