Pfleger, die kein gutes Deutsch sprechen, eine Heimleitung, die in militärischem Ton mit den Alten redet, Mitarbeiter, die alte Frauen in den verzweifelten Todeswunsch treiben - die Anschuldigungen gegen Beschäftigte und Leitung des Seniorenpflegeheims "An den Niddaauen" am Frankfurter Berg verhärten sich. Detailliert berichten einige Frankfurter auf fr-online.de, wie schlecht ihre Angehörigen in dem Heim, das mit dem Slogan "Willkommen an einem Ort, an dem man sich wohl fühlt" wirbt, versorgt und betreut werden.
Wiederholt klagen die anonymen Schreiber darüber, dass die Qualität der Pflege sich seit einem Personalwechsel erst kürzlich verschlechtert hätte: "Diese Zustände häufen sich erst seit das neue Personal dazukam. Diese haben von Pflege keine Ahnung, manche können nicht mal ein Wort deutsch", schreibt "Anonym". Das alte, gute Personal hätte sich "wenigstens noch um die Bewohner bemüht". Die Konsequenz: Er werde seine Mutter aus diesem Heim nehmen.
Ralf Krenzin, Unternehmenssprecher der Casa Reha-Gruppe, weist die Vorwürfe derweil ruhig und gebetsmühlenartig zurück: "Wir haben nichts zu verbergen und sehen den Ermittlungen zuversichtlich entgegen." Er hatte bereits in der vergangenen Woche die hohe Personalfluktuation im Frankfurter Raum als einen "Teil des Problems" bezeichnet. "Wir haben Personal austauschen müssen, um Mitarbeiter zu erhalten, die unserem hohen Qualitätsverständnis entsprechen." Dieses "hohe Qualitätsverständnis" liest sich bei Kommentator "Anonym" so: "Ich habe oft mitbekommen, wie die Heimleitung mit Personal und Bewohnern umgeht. Dieser Ton gehört mehr zur Bundeswehr als in ein Pflegeheim."
Während Sprecher Krenzin betont, der Frankfurter Heimbeirat, viele Bewohner und Bürger hätten seinem Unternehmen noch einmal das Vertrauen ausgesprochen, "den Rücken" gestärkt, schreibt ein anderer Frankfurter: "Das Personal, das jetzt in dem Heim ist, kann kein Deutsch. Mein Vater hatte Schmerzen, eine vom Personal fragte, ob er was essen möchte?! Sie hat nicht verstanden."
Der hessische Gesundheitsminister Jürgen Banzer hatte in der vergangenen Woche der FR bestätigt, dass der Heimaufsicht nicht nur eine lange Mängelliste vorliege, sondern, dass Casa Reha die Schließung des Frankfurter Heims angedroht worden sei, wenn die Missstände nicht bis zum 30. April beseitigt seien und dass zudem die Staatanwaltschaft ermittle. Casa-Reha-Sprecher Krenzin dagegen wiederholt: "Bei uns ist bislang niemand von der Staatsanwaltschaft aufgetaucht."
Tatsache sei, dass die Heimaufsicht wie auch der Medizinische Dienst den 30. April als Frist gesetzt hätten. Ein vorgeworfener Punkt konnte aufgeklärt werden: Angehörige hatten erklärt, dass Pfleger eine Bewohnerin lieber mit Inkontinenzmittel ausstatteten, um sich ihre Arbeit zu erleichtern. "Das stimmt so nicht. Es liegt eine Ärzteverordnung für dieses Mittel vor", sagt Ralf Krenzin.
Besonders dramatisch klingt der Internet-Kommentar von "Keller": "Ich habe mitbekommen, dass in einem Doppelzimmer eine Frau gestorben ist und ihre Mitbewohnerin musste die ganze Nacht mit der Leiche im Zimmer bleiben. In der darauffolgende Nacht ist dann die zweite Frau gestorben. Ich werde meine Schwiegermutter auch aus diesem Haus nehmen."

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