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Mit 1000 Mäusen

Preisträgerin blickt auf ihren Start an der Frankfurter Uni zurück

Es ist üblich, dass Preisträger danken. Der Jury, vor allem aber jenen, von denen sie gefördert wurden. Nicht immer fällt der Dank so charmant und persönlich aus wie in der Rede der Professorin Amparo Acker-Palmer bei der Verleihung des Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preises in der Frankfurter Paulskirche. Die 41-jährige Biologin, beschäftigt am Exzellenzzentrum "Makromolekulare Komplexe" der Goethe-Universität, hat den mit 60000 Euro dotierten Nachwuchspreis erhalten.

Nervenzellen bilden Netzwerke, die ganz entscheidend sind für das Lernen und die Erinnerung. Eine wichtige Rolle dabei übernehmen so genannte Ephrine, die auch an der Entstehung und Vernetzung von Blutgefäßen beteiligt sind. Es waren ihre "grundlegenden Beiträge zum Verständnis von Ephrinen und EpH-Rezeptoren und deren Bedeutung für die Plastizität des Gehirns und die Blutgefäßentwicklung", die der Spanierin den Preis eingebracht haben.

Gleich zu Beginn ihres Studiums in Valencia sei ihr klar gewesen, dass sie ihr Leben der Wissenschaft widmen wollte, führte Acker-Palmer aus. Ihr Forscherdrang führte sie nach Deutschland und trotz des Wetters und der frühen Ladenschlusszeiten am Samstag beschloss sie zu bleiben, lernte in München ihren Ehemann, Till Acker, einen Neuropathologen, kennen.

Die Töchter Alba und Lotta kamen zur Welt, der Mann übernahm einen Job in Stockholm - keine einfache Zeit für die Wissenschaftlerin. "Für mich bedeutet dieser Preis auch die Anerkennung meiner Bemühungen, trotz aller Schwierigkeiten Familie und Beruf in Einklang zu bringen", sagte die 41-Jährige - und dankte ganz explizit auch ihrer Familie.Dem Präsidenten der Johann Wolfgang Goethe Universität, Werner Müller-Esterl, ist sie aus einem ganz besonderen Grund verbunden: Er habe es möglich gemacht, dass sie ihre 1000 Köpfe zählende Mäuse-Kolonie und ihr Forschungsteam mit nach Frankfurt bringen konnte.

Und schließlich dankte sie noch der nachhaltigen Unterstützung, die sie in Deutschland erfahren habe. "Ich bin sehr stolz, dass ich nicht in die USA gehen musste, sondern mir selbst und anderen beweisen konnte, dass Wissenschaft erfolgreich auch in Europa durchgeführt werden kann." Mit dem Preisgeld sei sie in der Lage, mikroskopische Verfahren zu erwerben und weiter zu entwicklen, um am lebenden Gewebe die Reparatur von Schäden in neuronalen Netzwerken zu visualisieren.

Der ehemalige stellvertretende Uni-Präsident und Zellbiologe Jürgen Bereiter-Hahn würdigte die Spanierin nicht nur als hervorragende Wissenschaftlerin, sondern auch als ein mutige Frau mit "zupackender Haltung": Als ihr ein Forschungsaufenthalt an der Universität Leicester angeboten wurde, habe sie zugesagt, obwohl sie kein einziges Wort Englisch sprechen kann.

Das hat sich inzwischen grundlegend geändert. Ihre Rede in der Paulskirche hielt Amparo Acker-Palmer auf Deutsch und Englisch.

Autor:  Friederike Tinnappel
Datum:  18 | 3 | 2010
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