Wegen des Datenmissbrauchs habe sich Landrat Reinhard Kubat (SPD) bereits an das Hessische Datenschutzamt gewandt, sagte Amtssprecherin Ulrike Müller am Donnerstag in Wiesbaden und bestätigte Medienberichte. "Das ist ein größerer Fall. Wir haben empfohlen, die Staatsanwaltschaft einzuschalten", sagte sie.
Laut Medienberichten sollen zwei Mitarbeiter in der Abteilung für EDV und IT zugegeben haben, im Auftrag leitender Beamter die Daten des E-Mail-Verkehrs und der Internetzugänge aller dienstlichen Computer erfasst und dokumentiert zu haben. Unklar ist laut Müller zu welchem Zweck, in welchem Umfang und in wessen Auftrag die Daten gesammelt wurden.
Datenspeicherung, zum Beispiel von Internetprotokollen, sei generell nichts Verwerfliches. Doch sei hier offenbar die Grenze des Zulässigen überschritten worden. Nach drei bis sechs Monaten sollten Firmen und Institutionen gespeicherte Daten gewöhnlich löschen.
Der Datenmissbrauch in der Verwaltung im nordhessischen Korbach beziehe sich auf die Jahre 2007 und 2008. Der Personalrat des Landratsamtes und der Landrat hätten den Vorfall publik gemacht, sagte Müller. (dpa)

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