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19. Januar 2013

Mitdenkforum: Hessen-CDU sucht Bürgermeinung

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CDU-Landesvorsitzender Volker Bouffier diskutierte vier Stunden mit. Foto: dpa

Neuland für die Hessen-CDU: Erstmals sucht sie breite Bürgerbeteiligung beim Schreiben eines Wahlprogramms. Zur Auftaktveranstaltung in Gießen kamen am Samstag etwa 150 Menschen – fast alle CDU-Mitglieder.

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Es ist Neuland für die hessische CDU: Erstmals sucht die Partei die breite Bürgerbeteiligung beim Schreiben ihres Wahlprogramms zur Landtagswahl. Zur Auftaktveranstaltung in Gießen kamen am Samstag etwa 150 Menschen. Einer gab sich als Mitglied der Piraten zu erkennen – fast alle anderen waren CDU-Mitglieder oder standen der Partei nahe.

Der CDU-Landesvorsitzende Volker Bouffier blieb über die vollen vier Stunden dabei und hörte sich in jeder der fünf Arbeitsgruppen um. Dabei ging es im ersten von insgesamt „Mitdenkforen“ nicht um die heißesten Eisen der Landespolitik wie etwa die Zukunft der Schulen. Weiche Themen wie die Förderung des Ehrenamts oder das Zusammenleben von Alt und Jung standen im Vordergrund.

Geduldig, sachlich und in ruhigem Ton tauschten die Bürger ihre Gedanken aus und gaben sie für die Programmarbeit zu Protokoll– ob es um mehr Hausärzte für den ländlichen Raum, die Probleme der hessischen Schäfer oder um die Schwierigkeiten kleiner Handwerksbetriebe ging, an Aufträge aus Investitionsprogrammen zu kommen.

Suche nach dem Widerspruch

In mehreren Arbeitsgruppen wurde über die Energiewende diskutiert. So warb der CDU-Politiker Oliver Steinbach aus Buseck dafür, dass erneuerbare Energie in Hessen produziert und nicht nur importiert werde. „Hessen hat dieses Potenzial zur Energieerzeugung, um die Wertschöpfung vor Ort zu halten“, sagte er. Auch Bouffier sprach sich dafür aus, dass Kommunen und Private in Hessen von der Energiewende profitieren sollten. Es sei aber nicht sinnvoll, wenn jedes Dorf zu hundert Prozent seine Energie selbst produzieren wolle. Notwendig sei eine Abstimmung mit den anderen Bundesländern.

Bouffier versprach den Teilnehmern, dass jeder einzelne erfahre, was aus seiner Anregung geworden sei. Man wolle dem verbreiteten Denken entgegenwirken, dass „die da oben“ doch nicht auf die anderen Menschen hörten. „Wer sich öffnet, der riskiert auch Widerspruch“, sagte Bouffier. „Doch gerade dieser Widerspruch ist es, den wir suchen und auch brauchen.“

Das CDU-Programm für die Landtagswahl, die Ende 2013 oder Anfang 2014 ansteht, wird unter Leitung von Ingmar Jung erarbeitet. Er ist der Vorsitzende der Jungen Union in Hessen und leitete auch das Mitdenkforum an. Anschließend tagte unter seiner Leitung die CDU-Programmkommission mit ihrer ersten Redaktionssitzung. Dort wurde aus den Arbeitsgruppen berichtet.

Die nächsten Mitdenkforen der hessischen CDU finden in Baunatal (2. Februar), Fulda (16. Februar), Dietzenbach (23. Februar) und Rüsselsheim (2. März) statt. Bürger können sich aber auch über das Internet mit ihren Vorschlägen an die Partei wenden. Die Homepage ist zu finden unter www.mitdenkforum.de

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