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Mord in Frankfurt: Mann erschießt zwei Menschen

Die Iselinstraße im Frankfurter Stadtteil Riederwald gilt als Idylle. Doch am Dienstag erschießt ein Mann zwei Menschen, vermutlich sind es Gattin und Sohn. Dann gesteht er die Tat. Von Georg Leppert

In Frankfurt-Riederwald hat am 24. November 2009 ein Mann eine Frau und einen jungen Mann erschossen. Vermutlich handelt es sich um seine Frau und seinen Sohn.
In Frankfurt-Riederwald hat am 24. November 2009 ein Mann eine Frau und einen jungen Mann erschossen. Vermutlich handelt es sich um seine Frau und seinen Sohn.
Foto: FR/Hoyer

"Bei uns in der Straße war immer alles ganz ruhig", sagt die Nachbarin: "Ganz ruhig - bis heute." Bis Dienstagmittag. Um 12.40 Uhr nimmt die Polizei an der Iselinstraße im Riederwald einen 67 Jahre alten Mann fest. Er soll zwei Familienangehörige erschossen haben. Die Hintergründe der Tat sind noch weitgehend unklar.

Fest steht, dass bei der Polizei gegen 12 Uhr zwei Notrufe eingingen - einer vom mutmaßlichen Täter selbst, der andere von einer Nachbarin. Mit einem Großaufgebot rückte die Polizei daraufhin in die Iselinstraße aus. Dort wohnt der 67 Jahre alte Marokkaner mit seiner Frau und seinem Sohn. "Die Polizisten hatten Maschinenpistolen dabei", sagte eine Nachbarin des Mannes. Der Verdächtige kam nach Gesprächen mit der Polizei gegen 12.40 Uhr mit erhobenen Händen raus und übergab den Beamten wohl eine Pistole - man nimmt an: die Tatwaffe.

In der Wohnung des Mannes im Erdgeschoss des Hauses fanden die Polizisten die Leiche eines Mannes, der zwischen 25 und 30 Jahre alt sein soll. Während die Polizei vermutet, dass es sich bei dem Toten um den Sohn des mutmaßlichen Täters handelt, sagten Nachbarn, das Opfer sei der Schwiegersohn des Verdächtigen. In einer Wohnung im Nachbarhaus, in der ein Sohn des 67-Jährigen mit seiner Familie leben soll, entdeckten die Beamten eine weitere Leiche. Bei der Frau im Alter zwischen 60 und 70 Jahren handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um die Frau des mutmaßlichen Schützen.

"Wir können zum Motiv noch nichts sagen", erklärte Polizeisprecher Franz Winkler am Tatort. Spekulationen von Umstehenden, bei den Taten könne es sich um so genannte Ehrenmorde handeln, wies Winkler genauso zurück wie Berichte von einen Streit, den es gegeben haben soll, weil der Sohn des Tatverdächtigen ausziehen wollte. Die Polizei gehe von einem Familiendrama aus, sagte Winkler, "die weiteren Details erfahren wir erst, wenn der Festgenommene und die Zeugen vernommen worden sind". Die Befragungen gestalten sich offenbar schwierig.

Die beiden Häuser, in der sich die Taten ereigneten, liegen in einer Spielstraße gegenüber des Kleingartenbauvereins Ostend, unweit der Bahnlinie, auf der die Züge in Richtung Hanau fahren. Die Mitglieder des Vereins und die Bewohner des südlichen Riederwalds treffen sich regelmäßig im "Schwarzwaldstüble", einer urig wirkenden Kneipe, die keine 50 Meter vom Tatort entfernt liegt und am Dienstagnachmittag geschlossen blieb.

"Eigentlich ist das eine Idylle hier", sagt die Nachbarin, die in der Wohnung im ersten Stock lebt und die Familie des Verdächtigen als "ruhig und unauffällig" beschreibt. "Mit der Idylle ist es jetzt vorbei", sagt die Frau - und schaut auf einen Bus der Feuerwehr, in dem Angehörige der Opfer von Seelsorgern betreut werden.

Autor:  Georg Leppert
Datum:  24 | 11 | 2009
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