kalaydo.de Anzeigen

Moschee-Neubau: Abriss der Taqwa-Gemeinde beginnt

Die Baugenehmigung hat die Stadt erteilt. Nun fehlt dem Bauherrn, dem "Marrokanischen Verein für die Förderung des geistigen und kulturellen Gutes", Geld für das Bauvorhaben im Gutleutviertel. Von Canan Topçu

So soll die neue Taqwa-Moschee im Gutleutviertel einmal von der Straße aus gesehen ausschauen. Demnächst fällt der Startschuss für den ersten Bauabschnitt.
So soll die neue Taqwa-Moschee im Gutleutviertel einmal von der Straße aus gesehen ausschauen. Demnächst fällt der Startschuss für den ersten Bauabschnitt.
Foto: Architekt Shakil Ahmed

Das Gebäude an der Heilbronner Straße 20 ist leer geräumt. Nur die blau-roten Kacheln mit orientalischen Ornamenten an den Wänden in der ersten Etage erinnern daran, dass sich hier der Gebetsraum befand. In den nächsten Tagen beginnt der Abriss der Taqwa-Moschee, damit an gleicher Stelle ein repräsentatives Gebäude entstehen kann.

Bauherr ist der Marokkanische Verein für die Förderung des geistigen und kulturellen Gutes, der auch Träger der Moscheegemeinde im Gutleutviertel ist. Anfang Dezember erteilte die zuständige Behörde die Teilbaugenehmigung. Somit steht dem ersten Bauabschnitt von amtlicher Seite nichts mehr im Weg. Der muslimischen Gemeinde fehlt aber etwas ganz anderes: Nämlich Geld, um den Plan von einem neuen Kulturzentrum mit integrierten Gebetsräumen zügig umsetzen zu können.

So soll es dann im Hof aussehen.
So soll es dann im Hof aussehen.
Foto: Architekt Shakill Ahmed

Es sind hauptsächlich aus Marokko stammende Muslime, die zum Beten ins Gutleutviertel kommen. In den vergangenen drei Jahren haben Gottesdienstbesucher und Vereinsmitglieder immer wieder gespendet. Vor allem nach dem Freitagsgebet greifen Gläubige in ihre Geldbörsen, um das Bauprojekt zu unterstützen.

Wie viel Geld bisher zusammen gekommen ist, will Ahmed Ayaou vom Vereinsvorstand nicht verraten. Seinen Ausführungen ist aber zu entnehmen, dass sich der geplante Neubau ohne große Finanzspritze nicht so bald realisieren lässt. Offensichtlich ist der Vorstand zuversichtlich, die benötigte Summe in Höhe von 3,5 Millionen Euro in den nächsten Jahren zusammenzubekommen; sonst hätte es wohl kein grünes Licht für den Neubau gegeben. "Wir setzen auf Unterstützung der marokkanischen Religionsbehörde", erklärt der Ayaou, Kassenwart des 380-Mitglieder-starken Vereins.

Das zum Abriss freigegebene Gebäude unweit des Hauptbahnhofs - einst ein Wohnheim - diente der Taqwa-Gemeinde von 1995 an als Gebetsstätte und Treffpunkt; Gottesdienste finden nunmehr in der benachbarten Immobilie statt, die ebenfalls im Besitz des Moscheevereins ist. Unlängst ist das Untergeschoss umgebaut worden, so dass dort bis auf weiteres der Gottesdienst für Männer abgehalten wird. Eine Etage darüber kommen Frauen zum Gebet zusammen.

Es ist ein zeitlich befristetes Provisorium, das um etliche Quadratmeter kleiner ist. Ende 2010 soll der Neubau fertig gestellt werden. Nach bisherigen Plänen wird das fünfgeschossige Gemeindezentrum aus getrennten Gebetsstätten für Männer und Frauen, Seminarräumen, Bücherei sowie Auditorium bestehen.

Mit dem Neubau verbindet der Vereinsvorstand die Vorstellung, für junge Muslime attraktiver zu werden. "Wir wollen Jugendliche von der Straße wegholen; ihnen neben Nachhilfe auch Freizeitaktivitäten bieten", sagt Ayaou. Auch soll das Beratungsangebot erweitert werden.

Attraktiver will die Gemeinde offenbar auch für eine ganz andere Gruppe von Gläubigen sein: für Muslime auf Durchreise. Wie Ajaou berichtet, wurde die bisherige Gebetsstätte aufgrund der Nähe zum Hauptbahnhof von vielen Nichtortsansässigen als Ort der Andacht genutzt.

Zeitgleich mit der Taqwa-Gemeinde will der Verein der Fatima-Moschee sein Treffpunkt in Hausen einweihen. Allerdings ist der Baubeginn des islamischen Gemeindezentrums, das im Stadtteil für heftige Auseinandersetzungen sorgte, verschoben worden. Der erste Spatenstich werde erst im Frühjahr erfolgen, sagt Ünal Kaymakçi, Sprecher der Fatima-Gemeinde: "Wir laden dann alle - auch die Kritiker - ein, dies mit uns zu feiern."

Autor:  Canan Topçu
Datum:  20 | 1 | 2009
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Twitter im Landtag
 

Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Anzeige

Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

Anzeige

 

OB-Stichwahl in Frankfurt
Wahlergebnis Sehen Sie auch die Ergebnisse nach Stadtteilen als Grafik-Fotostrecke. Außerdem zeigen wir die Top- und Flop-Ergebnisse von Peter Feldmann und Boris Rhein nach Stadtteilen und noch detaillierter nach Wahlbezirken. Alles Weitere im Wahl-Spezial.
Frage des Tages: Welches Thema sollte der neue OB Peter Feldmann zuerst angehen?

Peter Feldmann wird Frankfurts neuer Oberbürgermeister. Welches Thema sollte der Sozialdemokrat in seinem neuen Amt als erstes angehen?

OB-Wahl in Frankfurt
So freuen sich Oberbürgermeister: Petra Roth (CDU) und Peter Feldmann (SPD), letzterer mit der Hand in der Hosentasche, ein Fauxpas.
Machtkampf nach OB-Wahl in Frankfurt 
        

Zählt die Tage bis zum Amtsantritt: Peter Feldmann.
Neuer Oberbürgermeister Frankfurt 
Der neue Oberbürgermeister Peter Feldmann bringt ein neues Team mit.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
Prinz Asfa-Wossen Asserate.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
So freuen sich Oberbürgermeister: Petra Roth (CDU) und Peter Feldmann (SPD), letzterer mit der Hand in der Hosentasche, ein Fauxpas.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
Spezial: Frankfurt Flughafen

Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.


Spezial: Der Flughafen wächst weiter
Manche Menschen freuen sich über den Klang von Glocken, andere fühlen sich gestört. (Symbolbild)
Fluglärm in Frankfurt 
        

Für diejenigen Menschen, die unter dem Fluglärm leiden, ist Frankfurt bei weitem nicht „grün“ genug.
Fluglärm in Frankfurt 
        

Wohnen in der Region: Lärm, aber noch kein Schallschutz.
Schleppende Antragsbearbeitung 
        

Nach Sonnenuntergang sollen auch die Flieger unten bleiben.
Nachtflugverbot 

Anzeige

Staumelder

Staumelder 26 Staus mit einer Gesamtlänge von 75km
Zu den Staumeldungen
Spezial

Auch dieses Jahr dürfte beim Schulwechsel der Sturm auf die Gymnasien ungebrochen anhalten. Doch welche Schulen passen eigentlich zu welchen Kindern? Die FR bietet einen Überblick.

Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Jeden Tag gibt's nun eine kurze Glosse zu unglaublichen Geschichten aus dem Frankfurter Alltag zu lesen.

 

Anzeige

 
Frankfurter Stadtteil-Porträts
Fragt man in Frankfurt die Leute, was denn die Hauptwache sei, bekommt man viele Antworten. Die einen haben einen Platz vor Augen, andere verwechseln die Hauptwache mit der Zeil. Wieder andere gehen davon aus, mit der Verabredung sei das Café Hauptwache gemeint. Oder auch die Standuhr dahinter.
Frankfurter Innenstadt 
..die Villa Meister. Das prachtvolle und heute denkmalgeschützte Gebäude hatte Herbert von Meister,der  Sohn von Carl Friedrich Wilhelm Meister, einem der Begründer der Farbwerke Hoechst, im Jahr 1902 erworben.
Frankfurt-Sindlingen 
        

Schon schön: Ein Blick in     die Grillparzerstraße im Dichterviertel.
Frankfurt-Dornbusch 
Auf den fruchtbaren Äckern im Frankfurter Norden wird immer noch Landwirtschaft betrieben. Und manch ein Erzeuger vermarktet seine Produkte immer noch selbst.
Frankfurt-Nieder-Eschbach 
Weblog

Seit vielen, vielen Jahren ist "kit" Eishockey-Berichterstatter. Im Blog berichtet er über die Löwen Frankfurt - "in your face".