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Museumsuferfest: Eine Reise durch die Kultur Chinas

Drei Tage lang werden mindestens drei Millionen Besucher am Main feiern. Zum Auftakt gibt es ein Feuerwerk. Die chinesische Kultur steht im Mittelpunkt des Festes. Von Georg Leppert

Eine Alternative zum Trubel am Main bieten die Museen.
Eine Alternative zum Trubel am Main bieten die Museen.
Foto: Oeser

Zu besonderen Anlässen übt sich Petra Roth schon mal in Philosophie. Anlässlich des Museumsuferfestes mit dem Gastland China zitiert das Stadtoberhaupt Konfuzius. Der sagte einst: "Von Natur aus sind Menschen fast gleich, erst die Gewohnheiten entfernen sie voneinander." Weise Worte, aber eines steht fest: Weit voneinander entfernt werden sich die Menschen beim dreitägigen Museumsuferfest, das am morgigen Freitag beginnt, bestimmt nicht aufhalten. Das Wochenende, so versprechen die Meteorologen, soll schön werden. Sonnig, ohne Regen, nicht zu heiß, kurzum: Traumwetter. Das lässt die Veranstalter von der Tourismus- und Congress GmbH wieder einmal auf drei Millionen Besucher hoffen - mindestens.

Es wird eine pompöse Party, so viel steht fest. Dafür will alleine Haitao Xiu sorgen, Herausgeber der Chinesischen Handelszeitung und Verantwortlicher für den Auftritt des Gastlandes. Am nördlichen Mainufer - zwischen Holbeinsteg und Untermainbrücke - erwartet die Besucher "das größte chinesische Kulturfestvival aller Zeiten". Vor allem das Bühnenprogramm werde die Frankfurter begeistern, kündigt Xiu an. Geplant sind Tanz-, Theater- und Akrobatikaufführungen sowie eine Kung-Fu-Show. An den drei Abenden werden Partys mit chinesischer Musik gefeiert.

Gesperrte Straßen

Den Ratschlag erteilt die Frankfurter Polizei Jahr für Jahr: Besucher des Museumsuferfestes sollten ihre Autos daheim stehen lassen. Nicht nur, weil sie dann bedenkenlos an den Caipirinha-Ständen feiern können. Rund um die beiden Mainufer haben Autofahrer am Wochenende ganz schlechte Karten.

Das südliche Mainufer ist bereits vom heutigen Donnerstag, 11 Uhr, an gesperrt. Dann beginnt der Aufbau der Stände für das Fest. Auch die kleinen Straßen in Sachsenhausen, die zum Ufer führen, sind von heute Vormittag an nicht mehr befahrbar. Stadtpolizisten werden überwachen, dass sich die Autofahrer tatsächlich an die Absperrungen halten.

Am nördlichen Ufer haben Autofahrer noch etwas Schonfrist. Erst am morgigen Freitag, 13 Uhr, wird die Fahrbahn zwischen Einmündung Mainluststraße und Alter Brücke gesperrt. Zwar beginnt das Museumsuferfest offiziell erst um 18 Uhr. Viele Stände werden jedoch schon am Freitagnachmittag öffnen. Die Untermainbrücke wird ebenfalls von Freitagmittag an dicht sein. Vor allem beim Feuerwerk am Sonntagabend dürfte sie von Schaulustigen bevölkert sein.

Die Parkhäuser Konstablerwache, Römer, Theater, Untermainanlage, Baseler Platz, Alt-Sachsenhausen, Hauptwache und Konrad-Adenauer-Straße sind das gesamte Wochenende über durchgängig geöffnet.

An zahlreichen Ständen wird es Porzellan, Seidenmalerei und chinesisches Essen zu kaufen geben. So könnte das Museumsuferfest zu einer dreitägigen "Reise durch die chinesische Kultur" werden, sagt Xiu.

Herzstück des Festes ist, wie immer, das Programm auf den zwanzig Bühnen. Auch wenn Thomas Feda, Chef der Tourismus GmbH, einen Ausfall zu verzeichnen hat, der ihn hart trifft. So verzichtet der Radiosender HR 3 diesmal auf seine Bühne, die in den vergangenen Jahren "so etwas wie unser Flaggschiff war", wie Thomas Feda einräumt.

Trotzdem ist sich der Veranstalter sicher, dass es vor allem in den Abendstunden an beiden Ufern richtig rund gehen wird. Insbesondere am Freitag- und am Samstagabend werden DJs für Stimmung sorgen. Auf der Bühne im Museumspark gibt es am späten Samstagabend eine Tina-Turner-Revival-Show, zeitgleich feiert der Latin Club am Sachsenhäuser Ufer eine Party mit Salsa, Bachata und Reggaton. Auf der Feinstaub-Bühne am Südufer gibt es an allen Abenden bis in die Nacht eine Indie Alternative Party, und auf der anderen Seite des Main lädt die Fachhochschule auf ihrer Bühne zum Karaoke-Singen ein. Stargast auf der Musik- und Kulturbühne des Unternehmens Pass (Frankfurter Ufer) ist Comedian Henni Nachtsheim, der am Sonntagabend auftreten wird.

Doch es sind oft die eher unscheinbaren Momente, die das Museumsuferfest auszeichnen. Etwa die Sendung von Radio Fanomania, dem Radio von und für Eintracht-Fans. Für Sonntag, 15 Uhr, laden die Moderatoren auf die Radio-X-Bühne am Sachsenhäuser Ufer zu Computerspielen ein. Dabei interviewen sie Eintracht-Torwart Ralf Fährmann.

Eröffnet wird das Fest am Freitag um 18 Uhr auf der China-Bühne. Wirtschaftsdezernent Markus Frank wird ein chinesisches Feuerwerk zünden, das auch bei Tageslicht eindrucksvoll sein soll. Auch zum Ende der drei Tage wird es eine Pyro-Show geben: am Sonntag um 22.30 Uhr.

Wer genug hat, von dem ganzen Trubel am Ufer, kann übrigens ins Karmeliterkloster an der Münzgasse flüchten. Dort gibt es an allen Tagen das Festival für Alte Musik. Möglicherweise ist dort nicht ganz so viel los wie am Main, so dass Konfuzius´ Aussage mit der Entfernung zwischen den Menschen doch noch ihre Berechtigung bekommt.

Autor:  Georg Leppert
Datum:  27 | 8 | 2009
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