Vor zwei Jahrzehnten, daran erinnert sich Frank Albrecht genau, habe er "eine Vision gehabt". Und die ging in etwa so: Die Post an der Zeil müsse weg, um dem Handel eine Perspektive auf der umsatzstarken Einkaufsmeile zu bieten. Inzwischen, darüber freut sich der Chef der Hessischen Einzelhändler, sei "auf einem langen, steinigen Weg" aus seiner Vision eine Realität geworden, die dieser Stadt gut tue: Mit dem Einkaufszentrum MyZeil, dessen Manager am Mittwoch in Gegenwart Albrechts den ersten Jahrestag der Existenz des Shopping-Centers zelebrieren. Damit biete sich für den inhaber-geführten Einzelhandel eine Perspektive.
Wenn auch eine gegenwärtig noch recht übersichtliche Perspektive. Denn gerade zwölf Prozent der 95 Läden in der Galerie würden von ihren Inhabern betrieben. Immerhin, setzt Albrecht hinzu, man könne das Zentrum an der Zeil auch "als Chance begreifen". Zumal sich von dort künftig neue Routen für Einkäufer erschließen könnten, beispielsweise in Richtung Große Eschenheimer und Schillerstraße.
Das sei so recht nach dem Geschmack der Händler, weiß der Lobbyist. Mit MyZeil, das sieht auch Wirtschaftsdezernent Markus Frank so, sei die Einkaufsstraße "noch interessanter geworden": Von dort aus könne sich demnächst über die Seitenstraßen bis hinunter zum Main einiges entwickeln. Zumindest dann, wenn die Stadtregierung ihr Konzept Innenstadt weiter verfolgt: Dabei geht es vor allem darum, die Wege der Passanten zum Fluss hin zu öffnen.
"Über diese neuen Wegebeziehungen kriegen wir eine neue Qualität für die Innenstadt", ist Albrecht überzeugt. Einkäufer müssten nicht mehr allein auf der Achse zwischen Alter Oper und Zeil unterwegs sein, sie könnten sich auch an anderen Routen orientieren. Auf der Zeil selbst arbeitet der Bauherr von MyZeil derweil daran, das Shopping Center "noch besser zu machen". Schließlich sei es auch gelungen, die Mängel aus der Anfangszeit in den Griff zu kriegen, sagt MAB-Manager Michael Flesch.

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