Rhein-Main und Hessen
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11. Dezember 2012

Nach Abmahnung: Hassia ändert Limonaden-Etikett

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Dieses alte Citrus-Mix-Etikett sorgte für Aufregung. Foto: Hassia

"Fruchtig Frisch ...mit natürlichen Fruchtauszügen" - so stand es bisher auf einem Limonaden-Etikett der Getränkefirma Hassia. Weil vor allem Aromastoffe für den Geschmack sorgen, gab es Ärger.

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Wer die Werbung auf der Hassia-Homepage liest, denkt an pure Frische: Der Getränke-Hersteller in Bad Vilbel verspricht bei der Sorte Citrus-Mix den „Geschmack sonnenverwöhnter Orangen, leckeren Grapefruits sowie fruchtigen Limetten und Mandarinen“. Die Realität sieht anders aus. Zwei Prozent Orangensaft aus Orangensaftkonzentrat, mehr Frucht ist nicht drin in der Flasche. Der restliche Geschmack stammt aus Aromen.

Die Aufmachung der Flasche bleibt, Hassia wird künftig aber nicht mehr mit dem irreführenden Spruch „Fruchtig Frisch … mit natürlichen Fruchtauszügen“ auf der Flasche werben. Die Verbraucherzentralen Hessen und Sachsen haben das Unternehmen erfolgreich abgemahnt.

Noch in diesem Jahr, sagt Sibylle Trautmann, Sprecherin bei Hassia Mineralquellen, werde das Etikett geändert. Unter dem Bild mit den leckeren Früchten soll künftig nur noch „Citrus-Geschmack“ und „Mit natürlichem Mineralwasser“ stehen. Nach den Leitsätzen für Erfrischungsgetränke sollten Hersteller naturgetreue Abbildungen von Früchten und Pflanzenteilen nur dann verwenden, wenn auch Saft und/oder Mark der Früchte enthalten sind, erklärt die Verbraucherzentrale Hessen.

Das neue Hassia-Etikett ist aus Sicht der Verbraucher dennoch nicht zufriedenstellend. „Wir werten das Ergebnis als Teilerfolg, weil sich die Verbraucher eine noch deutlichere Kennzeichnung wünschen“, erklärt Hartmut König, Ernährungsreferent bei der Verbraucherzentrale Hessen. „Sie wollen, dass Aroma-Hinweise schon auf der Vorderseite stehen.“ Das sei das Ergebnis der aktuellen Online-Umfrage „Aroma statt Frucht“ auf dem Portal www.lebensmittelklarheit.de

Beschwerde eines Verbrauchers

Dieses bundesweite Portal der Verbraucherzentralen und-verbände soll seit Sommer vergangenen Jahres Täuschungen und Verschleierungen in Aufmachung und Werbung verhindern. Hintergrund ist das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb, das vor Täuschungen durch Werbung schützen soll, sagt König.

Auch die Abmahnung für Hassia geht auf die Beschwerde eines Verbrauchers in dem Portal zurück. Hassia kritisiert daher, die Verbraucherzentrale sei auf der Basis einer einzigen Beschwerde zu dem subjektiven Urteil gekommen, das Etikett könne in die Irre führen. Wie König erklärt, sind 25 Produkte auf dem Portal registriert, bei etwa der Hälfte hätten die Hersteller die Kennzeichnung geändert, bei den übrigen Fällen habe es Kompromisse gegeben, es werde noch verhandelt oder es stünden Klagen an. Abmahnungen gebe es nur, wenn Erfolgsaussichten für eine Klage bestünden.

www.lebensmittelklarheit.de

www.hassia.com

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