Das kann nicht sein, das gibt´s doch nicht, das darf nicht sein! Und ist doch so: Die Frankfurt Lions haben aufgegeben. "Bis heute habe ich gehofft, dass doch noch alles gut wird, dass sie bleiben", sagt Tanja Deffert und guckt, als ziehe ihre beste Freundin nach Australien. Seit 1997 ist sie Lions-Fan.
Der Eishockey-Club hatte vor zwei Monaten Insolvenz beantragt und die Stadt Frankfurt um Hilfe gebeten, weil noch alte Mietschulden von rund 800.000 Euro bestanden. Sportdezernent Markus Frank (CDU) hat sein Bedauern ausgedrückt und seinen Willen, zu helfen, hatte aber auch "keine Steuergelder opfern" wollen. Zwei Tage vor Ablauf der Lizenz-Frist bot er dann an, die Mietschulden auf zehn Jahre zu stunden. Zu spät, meinen manche.
"Wie soll das jetzt werden? Das ist total komisch, schrecklich", sagt Tanja Deffert. Eine Nachbarin hatte sie vor 13 Jahren zu ihrem ersten Lions-Spiel mitgenommen. "Ich fand das sofort besser als Fußball, weil es schneller war." Schon spricht man in der Vergangenheit. "Mein Cousin hat seit elf Jahren kein Spiel verpasst", sagt die 26-jährige Medienkauffrau und zieht ihr Handy aus der Tasche. "Hier, die SMS kam eben von ihm."
Im Wortlaut: "Elf Jahre Dauerkarte, Leidenschaft, Herzblut, Nerven und Schweiß - mit einem Schlag alles vorbei." Der Fan ist quasi am Boden. "Der trägt jetzt bestimmt eine Woche lang Schwarz", ist sich Tanja Deffert sicher. Man möchte Süßes reichen, irgendwie Hoffnung spenden. Fragen wir mal den Sportdezernenten.
Würden Sie denn dem Lions-Nachwuchs und den Amateuren bei der Hallenmiete entgegenkommen, Herr Frank? Das sind schließlich um die 250.000 Euro im Jahr. "Selbstverständlich, es ist jetzt wichtig, das Fundament zu erhalten und wir wollen in den nächsten Tagen einen Termin suchen, um das zu besprechen."
Das klingt doch gut, aber warum kam das Stundungsangebot für die großen Löwen so spät? "Nach unseren Informationen bis April hatten sie nach eigenen Angaben keine Altschulden mehr. Dann doch, das kam überraschend. Und ein völliger Erlass, wie gewünscht, hätte noch länger gedauert, weil sowas durchs Stadtparlament muss", sagt Markus Frank. Bleibt noch die Eintracht. "Ich werde wohl jetzt wieder ins Stadion gehen", sagt Tanja Deffert. Das ist doch was.

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