Frankfurt/Main. Die Räumung des besetzten Casinos der Goethe-Universität hat nach Ansicht des Dozenten Bernd Heyl zum großen Teil die falschen Studenten getroffen. So seien nicht nur die für den Vandalismus verantwortlichen Protestler aus dem Weg geräumt worden. Die Aktion habe zugleich diejenigen getroffen, mit deren berechtigtem Protest sich die Uni auseinandersetzen müsse, sagte der Pädagoge, Gewerkschafter und Mitglied der Linken im dpa-Interview.
Heyl war bei der Räumung am Mittwoch mit seinen Studenten im Casino.
Wie lief der Polizeieinsatz ab?
Bernd Heyl: "Die Art des Auftretens der Polizei wirkte massiv bedrohlich. Ihre Ausrüstung war einfach martialisch. So treten die sonst nur gewaltbereiten Schlägern gegenüber. Viele Studierende hatten Angst."
Die Polizei kam nicht ohne Grund, es gab Vandalismus.
Heyl: "Das Problem ist doch, dass bei der Aktion Menschen, die sich ernsthaft mit Dingen wie Bildungsgerechtigkeit auseinandersetzen wollten, mit einigen wenigen Chaoten in einen Topf geworfen wurden."
Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Protestes?
Heyl: "Er muss weitergehen, weil die demokratische Verfasstheit der Uni dringend auf den Prüfstand gehört. Mitspracherechte der Studierenden, aber auch der Institute, werden immer mehr ausgehöhlt. Präsidium und Studierendenschaft sollten sich dringend an einen Tisch setzen. Wir müssen schauen, wie die Uni der Zukunft aussehen soll. Der Protest mit seinen guten Argumenten gehört nicht kriminalisiert." (Interview: Heiko Lossie, dpa)

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