Frankfurt/Main. Rund 25 Vermummte haben am Samstagabend den Ball der Gewerkschaft der Polizei gestört. Die meist jungen Leute hätten im Foyer des Veranstaltungsorts Tische umgeworfen und Blumenkübel ausgekippt, berichtete die Polizei am Sonntag.
Die meisten der rund 250 Ballgäste hätten von der Aktion nichts mitbekommen. Die Vermummten seien blitzschnell wieder verschwunden, Festnahmen gab es nicht. Die Aktion sei eine Rache für den Polizeieinsatz bei der sogenannten Nachttanzdemo in der Nacht zum Freitag gewesen, bei der es zu Ausschreitungen und elf Festnahmen gekommen war.
Bei den gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten waren sieben Beamte verletzt worden. Die Polizei berichtete von etlichen Sachbeschädigungen, vor allem im Stadtteil Sachsenhausen. Nach Polizeiangaben hatten etwa 1000 Demonstranten an der sogenannten Nachttanzdemo teilgenommen, zu der linke Gruppierungen aufgerufen hatten. Die Ausschreitungen begann am Donnerstag gegen 21.00 Uhr und dauerten bis kurz vor 4.00 Uhr am Freitagmorgen. Die elf vorübergehend Festgenommenen waren am Sonntag wieder auf freiem Fuß.
Die Veranstalter warfen den Beamten in einer Pressemitteilung "vollkommen unverhältnismäßige Gewalt" vor. Mehrere Demonstranten seien von Beamten verletzt worden. Daraufhin hätten viele Teilnehmer "ihrer Wut freien Lauf gelassen". Einsatzkräfte wurden mit Flaschen und Steinen beworfen. Viele waren nach Angaben der Polizei betrunken.
"Nach mehreren erfolglosen Versuchen der Polizei, die Veranstaltung wieder in geordnete Bahnen zu lenken, musste die Versammlung gegen 22.30 Uhr aufgelöst werden", berichtete die Polizei, die mit mehreren hundert Mann im Einsatz war und Schlagstöcke und Tränengas eingesetzt hatte.
Die Veranstalter wollten nach eigenen Angaben "die Stadt tanzend und feiernd zurückerobern". Die "Nachttanzdemo" 2008 stand unter dem Motto "Deutschland den Schlaf rauben! Die Verhältnisse zum Tanzen bringen!" Der Frankfurter Polizeipräsident Achim Thiel bedauerte, "dass sich die Teilnehmer ihre eigene Veranstaltung selber kaputt gemacht haben". (dpa)

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