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10. September 2014

Neonazi Kreis Gießen: Neonazi-Konzert in Hungen

 Von 
Neonazis unter sich. (Symbolbild)  Foto: peter-juelich.com

Etwa 90 Neonazis aus ganz Hessen kommen zu einem „Liederabend“ nach Villingen, einem Stadtteil von Hungen. Michael Regener, der mehrfach vorbestrafte Sänger der inzwischen aufgelösten Noenazi-Band „Landser“, soll auftreten. Die Polizei nimmt die Personalien der Besucher auf.

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Rund 90 Neonazis aus ganz Hessen haben am Montag im Landkreis Gießen eine rechtsradikale Musikveranstaltung besucht. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen der Frankfurter Rundschau bestätigte, fand der nicht öffentlich beworbene „Liederabend“ auf einem Privatgrundstück in Villingen statt, einem Stadtteil von Hungen. Man habe bereits im Vorfeld von der Veranstaltung erfahren und vor Ort Personalien von Besuchern aufgenommen, sagte der Sprecher. Auffälligkeiten oder Anhaltspunkte für Straftaten hätten die Beamten allerdings nicht feststellen können. Gegen Mitternacht sei das Konzert beendet worden.

Wie die FR aus Behördenkreisen erfuhr, ist an dem Abend auch Michael Regener aufgetreten, der mehrfach vorbestrafte Sänger der 2003 als kriminelle Vereinigung eingestuften und inzwischen aufgelösten Neonazi-Band „Landser“. Die Band, deren CDs stets im Ausland gepresst und verborgen nach Deutschland gebracht wurden, verfügte über gute Kontakte zum militanten Neonazi-Netzwerk „Blood and Honour“ und genießt in der rechtsradikalen Szene bis heute Kultstatus. Seit dem Ende von Landser tritt Michael Regener unter dem Pseudonym „Die Lunikoff Verschwörung“ auf.

Die Polizei konnte am Dienstag Regeners Auftritt nicht bestätigen. Nach derzeitigem Kenntnisstand sei er nicht bei dem Liederabend in Hungen gewesen, sagte der Polizei-Sprecher.

Empörte Antifa

Eine Nazigruppe aus dem Landkreis Groß-Gerau schrieb am späten Montagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter, es habe ein „erfolgreicher und gut besuchter Liederabend mit Lunikoff“ stattgefunden.

Die Antifaschistische Bildungsinitiative e.V. aus Friedberg teilte am Dienstag mit, sie habe vor dem Konzert rund 60 Neonazis aus Hessen und Nordrhein-Westfalen an einem Vorab-Treffpunkt in Wölfersheim beobachtet. Es sei „absolut unverständlich“, wieso diese sich ohne ein massives Polizeiaufgebot hätten treffen können. Rechte Musik sei bekanntermaßen „die Einstiegsdroge in die organisierte Neonazi-Szene“, Konzerte wie die in Hungen seien wichtig für den Zusammenhalt der Rechten, so die Bildungsinitiative. Es sei daher „inakzeptabel, dass dieses Konzert nicht aufgelöst wurde“. Die hessischen Behörden müssten in Zukunft schärfer gegen Neonazi-Veranstaltungen vorgehen.

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