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Neonazi-Prozess in Kassel: Schläger soll in Haft

Zwei Jahre und drei Monate Haft fordert die Staatsanwaltschaft im Prozess um den Neonazi-Überfall in Nordhessen. Die Verteidigung verlangt "geeignete Zuchtmittel" und Geldzahlungen.

Der Angeklagte Kevin S. (rechts)
Der Angeklagte Kevin S. (rechts)
Foto: dpa

Zwei Jahre und drei Monate Haft forderte die Staatsanwaltschaft am Montag vor dem Kasseler Landgericht im Prozess um den Neonazi-Überfall auf ein Zeltlager der Linksjugend Solid.

In dem seit Dezember laufenden Prozess hatte der 19-jährige Kevin S. eingeräumt, im Juli 2008 mit einer Bierflasche und einem Klappspaten auf ein 13-jähriges Mädchen sowie ihren 23-jährigen Stiefbruder eingeschlagen zu haben. Das Mädchen hatte schwere Kopfverletzungen erlitten.

Der Angeklagte beteuerte, die Tat spontan und unter Alkohol begangen zu haben. Er wird zur rechtsextremen Kameradschaft "Freie Kräfte Schwalm-Eder" gezählt. Ein politisches Motiv wies er während der Verhandlung jedoch von sich.

Die Staatsanwaltschaft sah zwar "keinen Tötungsvorsatz", gleichwohl sei der Angeklagte planvoll vorgegangen. Er habe "Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung" gewählt, das spreche massiv gegen ihn.

Das Gericht hatte den Hinweis gegeben, dass die Tat auch als versuchter Mord bewertet werden könne, die Staatsanwaltschaft blieb jedoch bei ihrem in der Anklage formulierten Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung.

Die Verteidigung verlangte lediglich "geeignete Zuchtmittel" und außerdem Geldzahlungen an die Opfer.

Autor:  RALF PASCH
Datum:  6 | 1 | 2009
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