Gera. Gegen den mutmaßlichen Haupttäter des Neonazi-Überfalls auf Gewerkschafter ist Haftbefehl erlassen worden. Es bestehe der dringende Tatverdacht der gefährlichen Körperverletzung und des besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Mohrmann in Gera.
Der 32-Jährige stamme gebürtig aus Thüringen, lebe aber seit einiger Zeit im Saarland. Auf der Rückreise von einem Aufmarsch Rechtsextremer in Dresden soll er an einer Raststätte nahe Jena gemeinsam mit anderen einem Gegendemonstranten schwere Verletzungen zugefügt haben.
Der Tatverdächtige soll dem Opfer ins Gesicht getreten haben. Zudem werde ein 44-Jähriger aus Dillingen verdächtigt, an dem Überfall beteiligt gewesen zu sein, sagte der Oberstaatsanwalt. Gegen ihn bestehe jedoch kein dringender Tatverdacht.
Die Polizei habe die Wohnungen beider Männer im Saarland durchsucht. Dabei seien Kleidung und Schuhe als potenzielle Beweismittel sichergestellt worden. Ob die Tatverdächtigen Mitglieder der rechtsextremen NPD sind, konnte Mohrmann zunächst nicht sagen. Bereits am Dienstag vor einer Woche war außerdem ein Haftbefehl gegen einen am Überfall beteiligten Neonazi aus Schweden erlassen worden.
Auf der Rückfahrt von einer Demonstration gegen den Aufmarsch von Rechtsradikalen in Dresden waren am 14. Februar an der Raststätte Teufelstal an der Autobahn 4 bei Jena Gewerkschafter von Neonazis beschimpft worden. Zudem bewarfen die Rechtsradikalen zumindest einen von zwei geparkten Bussen der Gegendemonstranten mit Gegenständen.
Den meisten Mitgliedern der etwa 80-köpfigen Gewerkschaftsgruppe gelang es, sich in die Fahrzeuge zu retten. Ein 42-Jähriger aus dem Schwalm-Eder-Kreis war jedoch aus einer halb geöffneten Tür gezerrt, getreten und geschlagen worden. Er erlitt bei dem Übergriff einen Schädelbruch. (ddp)

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