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Rhein-Main und Hessen
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15. Februar 2012

Neonazis in Reservistenkameradschaft: Rechtsradikale an der Waffe

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In der Reservistenkameradschaft Wetterau konnten zwei bekannte Neonazis unbehelligt an verschiedenen Reservisten-Wettkämpfen teilnehmen. Gegen die beiden sind nun Ausschlussverfahren eingeleitet worden. Die Reservistenkameradschaft selbst schweigt zu den Vorgängen.

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Stefan F. aus Friedberg und Falko S. aus der Nähe von Aschaffenburg haben einiges gemeinsam. Eine Vorliebe für militärische Übungen etwa, die sie regelmäßig in der Reservistenkameradschaft Wetterau ausleben. Zusammen mit ihren Kameraden haben sie an verschiedenen Reservisten-Wettkämpfen mit Namen wie „wachsamer Keiler“ oder „Silbersee-Militärpatrouille“ teilgenommen. Diesem Hobby werden sie nicht mehr lange nachgehen können. Denn neben ihrem Engagement als Reservisten haben sie noch etwas gemeinsam – die rechtsextreme Gesinnung. Wie der Verband der Reservisten der Frankfurter Rundschau bestätigte, sind sowohl gegen Stefan F. als auch gegen Falko S. bereits Ausschlussverfahren eingeleitet worden. „Der Vorwurf lautet: Verstoß gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss des Verbandes“, erklärt Volker Stein (FDP), Landesvorsitzender des Reservistenverbandes und Frankfurter Stadtrat.

Angestellter der Stadt Friedberg

Im November 2011 hatte der Reservistenverband auf Bundesebene festgelegt, dass eine Mitgliedschaft in der NPD sich nicht mit der Satzung des Verbandes verträgt. Man sehe die Gefahr, dass Neonazis über die Reservistenkameradschaften versuchen könnten, sich an den Schusswaffen ausbilden zu lassen, hieß es seinerzeit zur Begründung. Stefan F. und Falko S. sind keine Unbekannten. F. ist Angestellter der Stadt Friedberg und war bis vor kurzem im Bürgerbüro tätig. Nach Informationen der FR ist F. tief in die Wetterauer Neonazi-Szene verstrickt. Unter anderem soll er an mehreren Demonstrationen teilgenommen und zu einer NPD-Vorstandssitzung in sein Haus geladen haben. Die Stadtverwaltung, der die Gesinnung ihres Mitarbeiters bereits länger bekannt war, hat ihn inzwischen an einen anderen Arbeitsplatz versetzt, erklärt der Friedberger Bürgermeister Michael Keller. So soll auch verhindert werden, dass F. auf sensible Daten zugreifen kann.

Regelmäßig bei NPD-Demos

Noch klarer liegt der Fall bei Falko S. Bereits seit Jahrzehnten ist der 45-Jährige rechtsextremistisch aktiv. Sein Lebenslauf liest sich wie das Muster einer Neonazi-Karriere, die in den 80er Jahren bei der mittlerweile verbotenen Wiking-Jugend beginnt, über den bayerischen Landesvorsitz der ebenfalls verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP) führt und bei der NPD endet. Falko S. ist inzwischen regelmäßiger Gast bei NPD-Demonstrationen und – laut Impressum – Administrator der Internetseite der NPD Aschaffenburg. Bei Falko S. sei das Ausschlussverfahren bereits abgeschlossen, betont Volker Stein. Stefan F. hat noch die Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Dass die Reservistenkameradschaft Wetterau von besonderem Interesse für Rechtsextreme sei, bezweifelt Stein: „Dass sich dort die rechtsextreme Szene konzentriert, glaube ich nicht.“ Die Reservistenkameradschaft selbst schweigt zu den Vorgängen.

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