Die "enorme Lärmbelästigung" durch den Flughafen macht nach Auffassung von Harald Fiedler, dem Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DBG) in Frankfurt und der Region, eine Ausweitung des Nachtflugverbots von 22 Uhr bis 6 Uhr erforderlich.
Außerdem müsse grundsätzlich „neu nachgedacht“ werden, wie mit dem wachsenden Flugverkehr umgegangen werden soll, so Fiedler auf dem traditionellen Neujahrsempfang des DGB.
Der Flughafen sei für die Region zu wichtig, um „mit einem weiter so noch mehr Menschen verzweifeln zu lassen.“ Es müsse ein Prozess in Gang kommen, in den alle Akteure mit einbezogen werden.
Fiedler fordert ein Ende des "Kirchturmdenkens"
Fiedler schlug vor, von anderen Städten zu lernen. Ein Beispiel: London habe fünf Flughäfen. Nur einer liege wie in Frankfurt im Stadtgebiet. Wer die wirtschaftsstarke Rhein-Main-Region erhalten wolle, könne sich „Frankfurter Kirchturmdenken“ nicht länger leisten.
Fiedler räumte ein, dass auch die Gewerkschaften keine Patentlösungen haben. Bislang hatte sich der DGB für den Flughafenausbau und die Einhaltung der sogenannten Mediationsnacht von 23 bis 5 Uhr morgens ausgesprochen.
Ebeling für Roth
Weitere Schwerpunkte in der Rede von Fiedler, der im überfüllten Wilhelm-Leuschner-Saal viele Gäste aus Politik und Wirtschaft namentlich begrüßte, waren die ungleiche Einkommensverteilung, prekäre
Beschäftigungsverhältnisse, der Mangel an Blaumannarbeitsplätzen und die Wohnungsnot.
Für die erkrankte Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) sprang Bürgermeisterin Jutta Ebeling von den Grünen ein . Sie versicherte, dass sich die Stadt, wie von Fiedler gefordert, weiter in der Beschäftigungspolitik engagieren werde.
So sollen die kommunalen Programme für Langzeitarbeitslose ausgeweitet werden. Ein „Kompetenzzentrum Industrie“ soll außerdem die Industriepolitik neu zu ordnen.
Ebeling sprach von „nachhaltigen Technologien“ und „zukunftsorientierten Arbeitsplätzen“. Stadt und Gewerkschaften seien da „eng beieinander“. Zum Thema Flughafen sagte sie: „Harald, alles, was Du gesagt hast, kann ich unterschreiben.“

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