kalaydo.de Anzeigen

No-Angels-Sängerin Benaissa: Hahn stellt sich hinter Staatsanwalt

Hessens Justizminister attestiert der Staatsanwaltschaft, im Fall der No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa korrekt gehandelt zu haben. Die Behörde war wegen ihrer Informationspolitik in die Kritik geraten.

Die No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hatte in einer Pressemitteilung die HIV-Infektion Benaissas bekannt gemacht - und war deswegen in die Kritik geraten.
Die "No-Angels"-Sängerin Nadja Benaissa. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hatte in einer Pressemitteilung die HIV-Infektion Benaissas bekannt gemacht - und war deswegen in die Kritik geraten.
Foto: ddp

Wiesbaden. Die Informationen der Staatsanwaltschaft zur Verhaftung der No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa sind nach Ansicht des hessischen Justizministers Jörg-Uwe Hahn (FDP) nicht zu beanstanden. Bei der Abwägung zwischen dem Schutz der Persönlichkeitsrechte der Sängerin und dem Recht der Medien auf Information habe in diesem Fall der Anspruch der Medien Vorrang, sagte Hahn am Mittwoch bei einer Sitzung des Landtags- Rechtsausschusses in Wiesbaden. SPD und Grüne blieben auch nach dem Auftritt Hahns bei ihrer Kritik an der Öffentlichkeitsarbeit der Staatsanwaltschaft.

Benaissa soll einen Mann bei ungeschütztem Sex wissentlich mit HIV angesteckt haben. Sie war am Osterwochenende unter dem Verdacht der gefährlichen Körperverletzung vor einem Solo-Auftritt in Frankfurt festgenommen worden. Sie kam erst nach zehn Tagen Untersuchungshaft unter Auflagen wieder frei.

Hahn betonte, der Vorwurf gegen die Sängerin wiege schwer. Die von HI-Viren ausgelöste Krankheit Aids sei nach wie vor unheilbar und verlaufe regelmäßig tödlich. "Ich sehe keinen Fehler in der Arbeit der Staatsanwaltschaft. Ich sehe auch keinen Fehler in der Berichterstattung der Staatsanwaltschaft", sagte er. Die Sängerin soll in den Jahren 2004 und 2006 mit drei Männern ohne Schutz geschlafen haben, obwohl sie von ihrer Infektion wusste.

Diese Informationen seien nicht mehr zurückzuholen, auch wenn sich die Vorwürfe gegen Benaissa als haltlos erwiesen, sagte der Grünen- Abgeordnete Andreas Jürgens. Die Staatsanwaltschaft sei über das Ziel hinausgeschossen, und es seien Persönlichkeitsrechte verletzt worden.

Die Grünen hätten erhebliche Zweifel daran, dass in diesem frühen Stadium des Ermittlungsverfahrens diese Informationen an die Öffentlichkeit hätten gegeben werden dürfen. Aus Sicht der SPD- Abgeordneten Heike Hofmann hätte die Staatsanwaltschaft nur über den Vorwurf der "gefährlichen Körperverletzung in mehreren Fällen" informieren dürfen.

Hahn betonte, gegen die Sängerin habe der Haftbefehl eines unabhängigen Gerichts vorgelegen. Die Festnahme vor ihrem Auftritt hätten Polizei und Staatsanwaltschaft damit begründet, Benaissa sei anders nicht erreichbar gewesen. Eine Festnahme erst nach dem Konzert hätten die Ermittler abgelehnt, weil das zu Aufsehen geführt hätte.

Spekulationen über eine HIV-Infektion der Sängerin kursierten im übrigen bereits seit September 2007 im Internet. Die Strafanzeige gegen sie sei am 25. Juni 2008 gestellt worden.

Der Minister wurde nach eigener Darstellung am Gründonnerstag über den Fall informiert. Eine Weisung an die Staatsanwaltschaft wegen deren Öffentlichkeitsarbeit sei für ihn nicht infrage gekommen; so etwas lehne er auch grundsätzlich ab. Die Staatsanwaltschaft sei zudem von Medienvertretern konkret auch nach der HIV-Infektion gefragt worden. Nach dem hessischen Pressegesetz habe der Staatsanwalt informieren müssen. (dpa)

Datum:  29 | 4 | 2009
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Regionale Startseite
Ressort

Von Wiesbaden über Frankfurt bis Hanau - Die Stadt und die Region auf einen Blick


Nachrichten aus der Region

Anzeige

 
Spezial

Die heiße Phase naht: Termine, Reportagen, Bilder - vom Kinderfasching bis zur Prunksitzung.

Fastnacht in Rhein-Main
Das Frankfurter Prinzenpaar Marcus I. und Ingrid II.
Frankfurter Fastnacht 
        

In den Clubs könnte die Schwester  auffallen.
Fasching in Mainz 
Rednerschule: Karl Oertl bringt Fastnachtern bei, wie man eine Büttenrede hält. In der Bütt: Patrick Fiederer
Fassenacht in Frankfurt 

Anzeige

Spezial
Beschäftigte des Druckmaschinen-Herstellers Manroland demonstrieren vor der Allianz-Niederlassung in Frankfurt. Allianz und MAN haben dem angeschlagenen Konzern den Geldhahn zugedreht.

Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.

Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

Anzeige

Spezial
Wer zieht im März in den Römer ein?

Wer folgt Petra Roth? Mitte März wählt Frankfurt einen neuen OB. Alles über die Kandidaten im Spezial.

OB-Wahl in Frankfurt
        

Rechnet mit einer Stichwahl: Ursula Fechter.
FAG-Kandidatin Fechter 
Das zentrale Themenplakat der Piraten (für ganzes Bild bitte klicken).
Piraten in Frankfurt 
OB-Bewerber Oliver Maria Schmitt setzt sich für ein nichtraucherfreies Frankfurt ein.
OB-Wahl Frankfurt 
        

Ganz großes grünes Kino: OB-Kandidatin  Heilig und der Berliner Fraktionsvorsitzende  Trittin in der Harmonie.
OB-Wahlkampf bei den Grünen 
Boris Rhein hat auf Facebook einen falschen Freund abgekriegt: einem stadtbekannten Rechtsextremen aus Maintal.
Frankfurter OB-Wahlkampf im Internet 
Altenhilfe der FR

Spendenkonten, Bankverbindung, Online-spenden und Informationen zu Spendenquittungen.

Top Stellenangebote
Spezial

Mit gutem Gewissen investieren und gleichzeitig Geld verdienen? Die FR schaut, wie erfolgreich Firmen und Fonds dabei sind.

Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

Fotostrecke 1. Derpart Familien-Reise-Tag
Marktplatz

"Wir wünschen uns einen großen Garten um unser Frühlingsglück zu genießen." Über 25.000 Bauplatz- und 6.000 Baugebiet-Angeboten.